Corona: Neuburger Privatparty als Ansteckungsherd

10.10.2020 / 06:30
(ty) 38 Personen feiern in Lokal - Ein Gast trug das Virus in sich und steckte andere an
Feier Symbolbild
Feier Symbolbild
Feier Symbolbild (Autor: RainerSturm / pixelio.de)

Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen gehen die Corona-Zahlen weiter nach oben. Nach acht Neuinfektionen, die am Donnerstag gemeldet wurden, waren es am Freitag sieben. Aktuell sind damit 30 Landkreisbewohner mit dem Virus infiziert. Fünf davon kommen aus Neuburg. Und diese fünf Infizierten gehen offenbar auf eine Privatparty in einem Lokal in der Neuburger Innenstadt zurück. Anfang Oktober feierten dort 38 Personen zusammen. Einer der Teilnehmer war laut Landratsamt bereits infiziert und steckte weitere Gäste an. Wie viele, das ist noch unklar, wie Sprecherin Sabine Gooss auf Anfrage erklärt. Die Testergebnisse liegen noch nicht alle vor. Die Gäste kommen nicht ausschließlich aus Neuburg-Schrobenhausen, sondern auch aus anderen Landkreisen - entsprechend dürften die Ergebnisse erst einmal in den jeweiligen Landratsämtern auflaufen beziehungsweise schon aufgelaufen sein. Es könnte also sein, dass es noch mehr Personen gibt, die sich bei der Feier angesteckt haben. Es gibt aktuell wohl keine Erkenntnisse, wonach der Veranstalter rechtswidrig gehandelt hat. Den Behörden konnte er wie verlangt auch eine Liste der Gäste vorlegen. "Alle gemeldeten Personen wurden vom Gesundheitsamt kontaktiert, die erforderlichen Maßnahmen sind eingeleitet worden", erklärt dazu Sprecherin Gooss. Dementsprechend befänden sich die Gäste auch in Quarantäne. Gooss verweist zudem auf die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, wonach private Veranstaltungen in geschlossenen Räumen für bis zu 100 und draußen für bis zu 200 Teilnehmer gestattet seien, sofern ein Schutz- und Hygienekonzept vorliegt. "Das bedeutet, dass solche Feiern stattfinden dürfen und keiner Genehmigung nach dem Infektionsschutzgesetz bedürfen." In einem anonymen Brief an Neuburger Medien und Behörden war unter anderem das jetzt betroffene Lokal vom Verfasser beziehungsweise der Verfasserin als schlechtes Beispiel für den Umgang mit den Corona-Hygienemaßnahmen genannt worden, wohlgemerkt ohne jeglichen Beweis. Dazu sagt Gooss nur: "Wenn an uns konkrete Vorwürfe zu Verstößen gegen die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung herangetragen werden, fordern wir die Hygiene-Konzepte und Stellungnahmen zu den Vorwürfen an. Sollten sich Vorwürfe verdichten, werden Kontrollen durchgeführt. Festgestellte Verstöße werden geahndet." Ob es in dem Fall Verstöße gegeben hat, das wollte die Behördensprecherin mit Verweis auf den Datenschutz nicht sagen. Der Veranstalter war am Freitag für unsere Zeitung nicht erreichbar. Immer wieder kontrolliere die Polizei stichprobenartig in den Lokalen, erklärt ein Sprecher der Neuburger Inspektion. Dabei seien seiner Einschätzung nach keine groben Ausreißer festgestellt worden. "Hier regiert kein wildes Tohuwabohu", sagt er. Eines sei klar, sagt Landratsamtssprecherin Gooss: "Die Zahlen steigen wieder." Selbst in der kleinsten Gemeinde Berg im Gau gebe es inzwischen zwei Infizierte. "Die hatten in der ersten Welle keinen einzigen Fall." Entsprechend vorsichtig sollten die Bürger sein. Immerhin gibt es schon seit längerer Zeit keine Landkreisbewohner mehr, die im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Thorsten Stark
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