Die Sanierung des Sitzungssaales im Neuen Rathaus kostet rund eine Million Euro

Wer soll das bezahlen?

18.10.2021 | Stand 18.10.2021, 8:45 Uhr
Sitzungssaal −Foto: Rössle/Stadt Ingolstadt

Der Große Sitzungssaal im Neuen Rathaus ist erkennbar in die Jahre gekommen und entspricht vor allem in seiner technischen Qualität eher den Erfordernissen einer 350-Seelen-Gemeinde denn denen einer Großstadt. Deswegen soll er saniert und modernisiert werden. Was harmlos klingt, wären da nicht die Kosten. Denn immerhin geht es um rund eine Million Euro vor allem für technische Installationen. Und darüber soll morgen der Finanzausschuss der Stadt befinden.

So ist die Konferenzanlage im Sitzungssaal seit rund 20 Jahren in Betrieb und mittlerweile sehr störanfällig. Was nicht nur beim sogenannten Livestream mitunter doch sehr ärgerlich ist. Bereits vor der Installation im großen Sitzungssaal war die Anlage in der Zeit der Rathaussanierung über zwei Jahre als mobile Anlage in verschiedenen Ausweichräumen eingesetzt. Die Ersatzteilversorgung der Anlage ist laut Verwaltungsvorlange zwischenzeitlich nicht mehr gesichert, es kommt in Sitzungen immer wieder zu Ausfällen.

Die Projektion von sitzungsbegleitenden Unterlagen auf den beiden Leinwänden an der Stirnseite des Saales ist nicht ausreichend, die Projektion kann von einer Vielzahl von Plätzen im Plenum und im Zuschauerbereich nicht im erforderlichen Maß betrachtet werden. Inhalte werden auf Grund der Größe der Leinwände zu klein dargestellt, zudem ist der Abstand der Projektionsflächen im Verhältnis zu deren Größe in weiten Teilen des Raumes zu groß.

Die Beschallung des Raumes ist auf Grund der vorhandenen einfach gehaltenen Lautsprecheranlage und der langen Nachhallzeiten im Raum unbefriedigend. Die Lautsprecheranlage deckt zudem nur einen Teil des Saales ab. Eine Hörunterstützung für hörgeschädigte Personen ist nicht vorhanden.  Die vorhandene Medienanlage ist für Audio- und Videoübertragung nach Außen in Form von Livestreams oder virtuellen Sitzungen nur sehr bedingt oder gar nicht geeignet.

Die Beleuchtungsanlage ist auf Grund des Alters in einem schlechten Zustand, der Instandhaltungsaufwand und die Betriebskosten sind mittlerweile unverhältnismäßig hoch.

Das Holzparkett im Saal ist ebenfalls pflege- und teilweise sanierungsbedürftig.

Diese „Wunschliste“ der Verwaltung klingt vernünftig, aber teuer. Und das wird sie auch. Rund eine Million Euro dürfte laut derzeitigen Berechnungen die Sanierung verschlingen. Und das in einer doch mehr als angespannten Haushaltslage. Einsparpotenzial ist in dieser Liste sicherlich vorhanden, macht aber die Endsumme vermutlich nur marginal sympathischer. (ty)