„Nicht zu bezahlender Dienst“

04.05.2021 / 07:41
Südbayerische Freimaurer verleihen ihren mit 15 000 Euro dotierten Humanitären Preis an die Straßenambulanz St. Franziskus
Preis
Preis (Autor: Schattenhofer)

(smr) Ursprünglich war ein Festakt im Tor Heydeck geplant – mit allem Drumherum. Das Saxophonquartett des Polizeiorchesters Bayern sollte zwischen Grußwort, Laudatio und Preisverleihung spielen, am Schluss wollte man sich beim Stehempfang austauschen. Doch Corona hat auch den südbayerischen Freimaurern einen ordentlichen Strich durch die Rechnung gemacht: So wurde der Humanitäre Preis 2020 an die Straßenambulanz St. Franziskus am Samstag mit einem halben Jahr Verspätung in kleinem Kreis verliehen. Dotiert ist er mit 15 000 Euro.

Vor mehr als 15 Jahren eröffnete Bruder Martin in Ingolstadt die Straßenambulanz, die sich um Menschen kümmert, die obdachlos oder wohnungslos, drogengefährdet oder abhängig sind, die eine Therapie abgebrochen haben oder aus der Haft entlassen wurden – kurzum um jene, die nicht mehr weiterwissen. Sein Wirken hat sich bis zu den Freimaurern herumgesprochen: „Sie bearbeiten dabei ein so weites Feld, das bei kommunalen und staatlichen Stellen mehrere Einrichtungen mit hohem organisatorischen und personellen Aufwand erfordern würde“, wandte sich Joachim Oberhoff, Altstuhlmeister einer Münchener Loge und Organisator der Veranstaltung, in seiner Rede an Bruder Martin. „Damit erweisen Sie diesen Stellen einen nicht zu bezahlenden Dienst.“ Oberhoff schlug eine Brücke zu den Freimaurern und ihrem Ideal – dem symbolischen Bau des Tempels als Sinnbild für die Verbesserung des Lebens. „Dieses ideale große Werk kann sich nur aus kleinen Bausteinen zusammensetzen, und einen solchen haben wir mit Ihrem Tun gefunden.“

In ihrer Laudatio erklärte Bürgermeisterin Dorothea Deneke-Stoll, die Stadt Ingolstadt sei stolz, dass der Humanitäre Preis der Freimaurer an die Straßenambulanz gegangen sei: „Das ist eine wichtige Arbeit, die da geschieht“, sprach sie Bruder Martin große Anerkennung aus, die ihm zu Beginn seiner Tätigkeit eher nicht von offizieller Seite zuteil geworden war. Deneke-Stoll dankte auch den Freimaurern, die in ihrer „ganz unspektakulären Art“ tolle Arbeit leisteten.

Bruder Martin musste nicht lange überlegen, wozu er das gespendete Geld verwendet: „Unser Verein hat beschlossen, noch mehr Wohnraum zu schaffen“, sagte er gegenüber dem DK. „Fünf Appartments haben wir schon gemietet. Der Erfolg ist sichtbar: Menschen, die vorher in chaotischen Verhältnissen gelebt haben, haben sich super entwickelt und integriert. Jetzt brauchen wir noch eine Notwohnung und eine Wohnung für Frauen.“

Der Corona-konformen Feier in den Räumlichkeiten der Ingolstädter Freimaurerloge „Theodor zur festen Burg“ wohnten auch Hausherr und Meister vom Stuhl Christoph Hiendl und Volker Frühling, Zugeordneter Districtmeister Süd, bei. In Bayern sind rund 2000 Freimaurer in zirka 48 Logen und Ateliers aktiv.

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