Partnerstädte Ingolstadt und Opole in Polen unterstützen Ivano-Frankivsk

Linienbus und Schneeräumer für die Ukraine

24.11.2022 | Stand 24.11.2022, 7:16 Uhr
Solidarität mit der Ukraine: INVG-Geschäftsführer Robert Frank (3.v.l.) bei der Übergabe der beiden Fahrzeuge an eine Delegation aus Ivano-Frankivsk. −Foto: Michel, Stadt Ingolstadt

Von Markus Meßner

Genau zum richtigen Zeitpunkt ist das Schneeräumfahrzeug aus Ingolstadt in der Ukraine eingetroffen. Denn als die Delegation um INVG-Geschäftsführer Robert Frank in Ivano-Frankivsk, einer Stadt im Westen der Ukraine, am vergangenen Donnerstag eintraf, fiel bereits der erste Schnee.

Zusätzlich zu dem Schneeräumfahrzeug bekamen die Ukrainer auch noch einen Linienbus der INVG-Tochtergesellschaft SBI. Die beiden gebrauchten kommunalen Fahrzeuge aus Ingolstadt sind an die dortigen Verkehrsbetriebe übergeben worden.

Die Initiative für die Hilfsaktion ging laut Stadtverwaltung von Oberbürgermeister Christian Scharpf aus: „Die Stadt Ingolstadt hat bereits im September einen Bus auf Vermittlung der Landeshauptstadt München an die Hauptstadt der Ukraine gespendet. Mit der erfolgreichen Überführung der beiden Ingolstädter Kommunalfahrzeuge leisten wir erneut unmittelbar Hilfe – diesmal an die ukrainische Partnerstadt Ivano-Frankivsk unserer polnischen Partnerstadt Opole.“

Ivano-Frankivsk liegt im Westen der Ukraine, etwa 120 Kilometer südlich von Lviv/Lemberg und hat rund 250 000 Einwohner, davon 50 000 Kriegsflüchtlinge aus dem Osten. Die Stadt hat seit mehreren Jahren eine Städtepartnerschaft mit dem polnischen Opole, das seinerseits seit 2002 eine Städtepartnerschaft mit Ingolstadt unterhält. Opole hat seit Beginn des russischen Angriffskriegs mehrere Tausend ukrainische Kriegsflüchtlinge aufgenommen und bei der Überführung der Ingolstädter Fahrzeuge nach Ivano-Frankivsk tatkräftig unterstützt.

SBI-Geschäftsführer Frank begleitete die beiden Fahrzeuge auf ihrem Weg von Ingolstadt über Opole in die Ukraine: „Wir freuen uns, mit dieser Spende der ukrainischen Bevölkerung eine wertvolle Hilfe zur Bewältigung des Alltags im Krieg zu geben.“

Trotz Raketeneinschlägen in die Ukraine gefahren
In persönlichen Worten erzählte Frank bei einem Pressetermin von der Fahrt, die zunächst nach Polen führte – just an dem Tag, als eine Rakete in dem Nachbarland einschlug. Man habe dann über die Sicherheitslage diskutiert, erläuterte Frank. Und dann entschieden, dennoch weiter in die Ukraine zu fahren.

Im Rahmen der Übergabe der kommunalen Fahrzeuge habe die Delegation aus Ingolstadt auch einen Kranz niedergelegt um der gefallenen Soldaten zu gedenken. Frank zeigte sich durchaus beeindruckt von dem Erlebnis. „Wir haben dort eine große Dankbarkeit gespürt“, sagte er.

Der ukrainische Oberbürgermeister Ruslan Martsinkiv freute sich nicht nur über den Erhalt der beiden Fahrzeuge. Denn die Ingolstädter hatten diese auch mit Hilfsgütern beladen. Durch das Engagement von Henriette Deking, amtierende Präsidentin des Rotary Clubs Ingolstadt, konnten dringend benötigte Medikamente, Hygieneartikel und Kinderspielsachen übergeben werden. Des Weiteren stellte der Direktor des Katharinen-Gymnasiums, Matthias Schickel, 17 PC-Monitore zur Verfügung, die in ukrainischen Schulen zum Einsatz kommen werden.