Geschäftsaufgabe nach Corona-Kontrolle: „Ist das die Form der Unterstützung, die eine Stadt ihrer Traditionsgastronomie gewährt?“

Im Café Detter gehen die Lichter aus

28.09.2021 | Stand 28.09.2021, 14:36 Uhr
Karin Detter und ihr Lebenspartner Thomas Schmidt  −Foto: Boos

"Heute wegen gestern geschlossen!". Was auf dem schmalen Schild in der Gaststube steht, war eigentlich als Gag gedacht. Jetzt ist es Realität geworden. Das Café Detter in der Manggasse ist geschlossen. Und nicht nur für heute, sondern für immer. Nachdem zwei Vertreter des Gesundheitsamtes Samstagnacht bei einer Kontrolle der Corona-Beschränkungen eine Reihe von Beanstandungen gemacht hatten, bedeutete das gleichzeitig das Ende des Café Detter.

Ein Entschluss, zu dem sich Karin Detter und ihr Lebenspartner Thomas Schmidt - die Inhaber und Betreiber des seit mehr als 100 Jahren bestehenden Lokals in Familienhand - unmittelbar nach den Beanstandungen gezwungen sahen, weil die für sie „nicht durchführbar“ sind.

 

Café Detter −Foto: Ziegler

„Wir können uns das schlicht und ergreifend nicht mehr leisten, noch länger kein Geld zu verdienen“, schreibt Karin Detter resigniert auf Facebook, „eineinhalb Jahre Corona. Alles durchgehalten. Kürzergetreten. Reserven aufgebraucht, Lebensversicherungen aufgelöst. Und dann kommt zur Belohnung eine Delegation des Gesundheitsamtes und kontrolliert am Samstag um 23.30 Uhr die Einhaltung der Corona-Auflagen.“

„Ist das die Form der Unterstützung, die eine Stadt ihrer Traditionsgastronomie gewährt?“, fragt die Traditionswirtin, „wer unsere Partys und unser Geschäftsmodell kennt, der weiß, dass die jetzigen Corona-Auflagen gegen unser Geschäftsmodell verstoßen. Wir lehnen das ab. Und wir machen deshalb zu. Jetzt sofort.“ (ty)