Eine etwas andere Krönung: Annalena I. besteigt den Spargelthron

08.08.2021 | Stand 08.08.2021, 16:25 Uhr
Die Produktköniginnen begrüßten Annalena I. als neue Kollegin - allen voran die amtierende Bayerische Kartoffelkönigin Verena I, die mit der Spargelkönigin eng befreundet ist. −Foto: Budke

Mit Böllerschuss wurde die neue Hoheit angekündigt und zunächst geheimnisvoll von Fahnen verdeckt.

(ty) In deutlich kleinerem Rahmen als gewohnt ist am Samstagabend die neue Schrobenhausener Spargelkönigin im Pfarrsaal St. Jakob gekrönt worden. Trotzdem kam durchaus Volksfestatmosphäre auf - Vorgängerin Juliane I. konnte sich gebührend verabschieden und vor allem wurde die neue Hoheit Annalena I. würdig und mit dem notwendigen, gewissen Spannungsmoment in ihrem Amt begrüßt.

Mehr Fahnen hätten auf der Bühne im Pfarrsaal kaum Platz gehabt: Mit dem Krieger- und Soldatenverein, der Freiwilligen Feuerwehr, dem Schützen- und Schnupfclub, dem Stopselclub sowie den Schrobenhausener Spargellandschützen wurde es recht eng. Aber so war es perfekt, denn keiner der Gäste sollte vorab einen Blick auf die neue Spargelkönigin erhaschen, die durch eine Hintertür bereits die Bühne betreten hatte. Vorher hatte ein Böllerschuss vor dem Gebäude auf den spannenden Moment hingewiesen - erstmals in der Geschichte der Spargel-Krönungen. Die Vereine kreuzten die großen Fahnen geschickt vor der jungen Frau, nur ihre Waden und zierlichen Schuhe waren zu sehen. So blieb die Szene einige Augenblicke regungslos, bis das Geheimnis gelüftet wurde und es hieß: "Die neue Schrobenhausener Spargelkönigin heißt Annalena I."

Mit minutenlangem Applaus wurde die junge Frau begrüßt, die professionell von der Bühne winkte und fröhlich strahlte. Erst, als sie auf dem Thron Platz nahm, machten sich Anzeichen von Aufregung bemerkbar. Sie klang zunächst etwas nervös, als sich Annalena Fischhaber in wenigen Sätzen vorstellte und erzählte, dass sie aus Osterham bei Peutenhausen kommt und sich derzeit in Ausbildung zur Operationstechnischen Assistentin befinde: "Das kennt ihr vielleicht besser als OP-Schwester." Im Laufe der folgenden Begrüßungsreden - es war von Bundestagsabgeordnetem Erich Irlstorfer (CSU) über Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert sowie Schrobenhausens Bürgermeister Harald Reisner (beide FW) und "Spargelpapst" Josef Plöckl einiges an Prominenz gekommen - wurde Annalena I. zunehmend sicherer und bat letztlich zweimal selbst um das Mikrofon. So äußerte sie ihre Freude darüber, das Amt übernehmen zu dürfen und sprach beinahe die Schlussworte an diesem Abend, an dem nach der Krönung aufgrund der Infektionsschutzregeln leider nicht mehr im Pfarrsaal weitergefeiert werden durfte: "Es ist eine große Ehre, dass ich den Spargel vertreten darf - ich hoffe auf eine gute Zeit und gute Zusammenarbeit."

Zumindest was letzteren Wunsch betrifft, sind wohl alle Weichen in die richtige Richtung gestellt: Irlstorfer freute sich, dass eine Mitarbeiterin aus dem Gesundheitswesen das Amt übernommen hat und Weigert griff die Bedeutung des Amtes auf: "Du wirst den Spargel über die Stadtgrenzen hinaus vertreten" - und über die Landesgrenzen hinaus vertrete sie dadurch auch die Stadt. Deshalb bekam sie von ihm einen der ersten Pins für ihre Schärpe: "Den Kabinetts-Pin, der zeigt, dass du aus der weißblauen Heimat kommst." Die 45. Schrobenhausener Spargelkönigin freute sich sichtlich. Weigert lobte zudem alle, die mit der Organisation betraut waren und brachte die Stimmung des Abends auf den Punkt: "Heute ist es ein anderes Format, aber nicht weniger herzlich."

Noch aus weiteren Gründen kann Annalena I. gelassen auf kommende Termine blicken: Die amtierende Bayerische Kartoffelkönigin Verena I. betonte bei der Begrüßung: "Ich freue mich so, du bist meine engste Freundin." So dürfte Annalena I. hier bei allen Fragen auf offene Ohren stoßen. Außerdem nahmen die weiteren Produktköniginnen sie mit der von ihnen gewohnten Herzlichkeit auf.

Vor der Krönung waren die Abdankungen der bisherigen Vizekönigin Lena Hainzlmayr und der bisherigen Spargelkönigin Juliane I., die nun Stellvertreterin ist, in feierlicher und gleichzeitig lockerer Atmosphäre entgegen genommen worden. Ulrich Städele führte als Moderator launig, flott und professionell durch das kurzfristig aufgestellte Programm und die Hohenwarter Musibuam sorgten dafür, dass ein bisschen Volksfeststimmung aufkam. Familien der Hoheiten, Gäste und Prominenz freuten sich, dass die Veranstaltung stattfinden konnte, auch wenn sich das Corona-Thema nicht unter den Tisch kehren ließ. "Es wird anders, aber genauso schön und würdig", hatte Städele eingangs gesagt - und so war es dann auch.

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