"Fahndungsplakate" gedruckt: Lottozentrale in Bayern sucht mehrere Millionengewinner

07.08.2021 | Stand 07.08.2021, 22:01 Uhr
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(ty) Mehrere Millionengewinner sucht die Lotto-Zentrale derzeit in Bayern - unter anderem in Oberbayern.

Auch Plakate wurden gedruckt - bislang ohne Erfolg.

Über Nacht Multimillionärin. Doch die 45 Jahre alte Frau aus Unterfranken hatte die Ruhe weg - eineinhalb Monate kümmerte sie sich nicht um ihren Spielschein und ahnte daher gar nichts von ihrem Glück. Erst als sie ihren Schein zur Lottostelle trug, um wieder zu spielen, erfuhr sie kürzlich, dass die Lottogesellschaft ihr nun genau 32 842 219,80 Euro überweisen wird. "Beim Gedanken, sorglos über mehrere Wochen fast 33 Millionen Euro im Geldbeutel herumgetragen zu haben, wird mir noch immer ganz schwindelig", sagte die Gewinnerin laut Lottozentrale. Der verheirateten Mutter einer minderjährigen Tochter wurde letztlich doch noch klar, dass sie einen der höchsten jemals in Bayern erzielten Gewinne abgeräumt hatte - doch andere potenzielle Millionäre melden sich noch später oder sogar gar nicht. In mehreren Fällen sucht die bayerische Lottogesellschaft in München derzeit die Glückspilze.

PLAKATSUCHE IN MEMMINGEN: In Schwaben knackte ein Mann oder eine Frau Ende 2019 bei der damals erstmals veranstalteten Lotterie "BayernMillionen" gleicht den Hauptgewinn. Bekannt ist, dass der Spielschein am 21. Dezember 2019 um 11.30 Uhr in einer Annahmestelle im Raum Memmingen abgegeben wurde - doch seitdem sind Schein und Besitzerin oder Besitzer verschollen. Die Lottozentrale startete später sogar eine Art Fahndungsaktion, um fündig zu werden: "Wir haben Plakate drucken lassen, um darauf hinzuweisen, dass noch was abzuholen ist", erzählt Lotto-Sprecher Rainer Holmer. Ohne Erfolg: "Wir suchen immer noch. " Wegen des Spieldatums wird vermutet, dass das Los mit der Nummer 0426492 vielleicht an Heiligabend 2019 unter irgend einem Christbaum lag und danach keine weitere Aufmerksamkeit erhielt. Wer weiß das schon? Nun bleibt noch bis 31. Dezember 2023 Zeit, die Million zu holen. Falls nicht, wandert die verfallene Summe in den Topf von neuen Sonderauslosungen. Oder der bayerische Finanzminister freut sich über eine Geldspritze, die für gemeinnützige Zwecke verwendet werden kann.

1,1 MILLONEN WARTEN IN MITTELFRANKEN: Auch bereits mehrere Wochen lässt jemand in Mittelfranken seine 1,14 Millionen Euro liegen. Für 8,55 Euro Einsatz wurde am 17. Juli der 6aus49-Schein mit vier Tippfeldern plus Zusatzlotterien gespielt. Dabei kommt es laut Lottosprecher Holmer immer wieder vor, dass die Menschen ihre Zahlen selbst gar nicht kontrollieren und erst im Geschäft nachfragen, ob ein Gewinn auf dem Schein ist.

Auch von Millionengewinnen, die gerade noch aus der Altpapiertonne wieder hervorgewühlt wurden, ist schon berichtet worden. Die Lottogesellschaften empfehlen daher die Kundenkarte. Dann würden alle Beträge ganz bequem automatisch aufs Konto überwiesen. Doch viele bevorzugen nach wie vor die anonyme Teilnahme am Kundentresen.

NOCHMAL 1,3 MILLIONEN ZU VERGEBEN: In Oberbayern wurden zuletzt am 28. Juli beim Mittwochslotto 1,26 Millionen mit sechs Richtigen gewonnen - doch in den Tagen danach meldete sich auch hier niemand. Vielleicht wollte die Mitspielerin oder der Mitspieler auch noch abwarten - der Schein war nicht nur für die eine Ziehung gültig.

KLASSENLOTTERIE BRAUCHT NICHT SUCHEN: Solche Probleme kennen manche anderen Lotteriegesellschaften nicht. Bei der Süddeutschen Klassenlotterie (SKL) werden alle Mitspieler gleich zu Beginn erfasst, die Gewinnersuche fällt aus. "Es gibt niemanden mehr, der nicht ermittelt wird", erklärt ein Sprecherin der SKL. dpa

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