City-Airbus fliegt in Manching

Testflug mit prominenten Gästen - Nun kommt die nächste Generation

29.07.2021 | Stand 29.07.2021, 16:03 Uhr
Airbus
Vor dem City-Airbus: Wolfgang Schoder von Airbus und die Politiker Dorothee Bär und Reinhard Brandl am Mittwoch in Manching −Foto: Hammer

Testflug mit prominenten Gästen - Nun kommt die nächste Generation

Von Markus Schwarz

Die Ministerin hatte gleich einen Wahlkampfslogan parat: "Wir haben Reinhard Brandl - wer braucht da schon Jeff Bezos!", meinte Dorothee Bär (CSU), Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, scherzhaft in Anspielung auf den Weltraumflug des US-Milliardärs Bezos.

Der angesprochene Ingolstädter Bundestagsabgeordnete Reinhard Brandl ging jedoch nicht in die Luft - auch wenn es diesmal zumindest theoretisch möglich gewesen wäre: Am Mittwochnachmittag hob im Airbus Drone Center am Rand des Flughafens Manching der City-Airbus der Firma Airbus Helicopters ab.

Anders als bei seiner Vorstellung auf dem Ingolstädter Rathausplatz flog der City-Airbus diesmal wirklich - ferngesteuert vom Boden aus. Erst schräg nach oben, dann hinüber. Herüber, einmal im Kreis und wieder zurück. Rund zehn Minuten kann das Fluggerät mit seinen acht Rotoren in der Luft bleiben. Doch seine Karriere ist schon wieder zu Ende: Der Show-Flug in Manching, unter anderem begleitet von Bär, Brandl, dem bayerischen Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert (FW) oder Ingolstädter Wirtschaftsreferenten Georg Rosenfeld war der letzte dieses Gerätes. Die Testreihe mit dem ersten von Airbus entwickelten und in Donauwörth gebauten vollelektrischen Fluggerät, das theoretisch geeignet ist, vier Passagiere zu tragen, ist hiermit zu Ende.

Im Oktober bereits soll der weiterentwickelte Nachfolger vorgestellt werden. "Das Entscheidende werden die nächsten Schritte sein, die uns weiterbringen in Richtung einer wirtschaftlich nutzbaren Version des City-Airbus", erklärte Wolfgang Schoder, Chef der deutschen Airbus-Helikoptersparte: "Da wird es vor allem um Fragen der Reichweite und der Nutzlast gehen. Das hier gezeigte Gerät ist vor allem als Demonstrations- und Testgerät optimiert." Und er gab zu: Bis es ein zulassungsfähiges Gerät gebe, werde es noch "einige Jahre" dauern.

Ministerin Bär und der Bundestagsabgeordnete Brandl zeigten sich dennoch überzeugt von der Technologie: Sie zeige, dass es möglich sei, bei der "Urban Air Mobility", also der Flugtechnologie für den städtischen Bereich, mit Technik "made in Germany" "vor den Bug der technologischen Entwicklung" zu kommen, wie sie es ausdrückte. Reinhard Brandl sprach sogar von einem "großen Tag für die Region". Immerhin sollen Ingolstadt und dessen nähere Umgebung eine Modellregion für die "Urban Air Mobility" werden.

Die spannenden Projekte, die in dieser Hinsicht gerade anlaufen, sieht Ministerin Bär jedenfalls nicht als Science Fiction. Sie zeigt sich überzeugt, dass diese Technik in nicht allzu ferner Zukunft tatsächlich auch für die Passagierbeförderung eingesetzt wird. Bär: "Wenn man Stecken wie etwa vom Flughafen Franz Josef Strauß zur Münchner Innenstadt denkt - da hat man mit einem Flugtaxi gute Möglichkeiten. Ich bin fest davon überzeugt, dass das so kommen wird.“

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