Altstadtbrauerei mit Herz und Tradition

In der Schulstraße eröffnete Franz Rottenkolber seine eigene kleine Brauerei samt Bierlokal

24.07.2021 | Stand 24.07.2021, 8:36 Uhr
Griesmüller3 −Foto: Schmatloch

In der Schulstraße eröffnete Franz Rottenkolber seine eigene kleine Brauerei samt Bierlokal

Von Michael Schmatloch

Was könnte den amtierenden Oberbürgermeister Scharpf und den ewigen Oberbürgermeister der Herzen, Peter Schnell, wohl bei einem Ereignis zusammenführen? Die Eröffnung einer Brauerei mitten in Ingolstadt, einer kleinen zwar, aber einer Brauerei. Da kommt der eine, weil er eben Oberbürgermeister einer Bierstadt ist. Und Peter Schnell, weil der, der diese Altstadtbrauerei in der Schulstraße eröffnet hat, sein Enkel ist.

Franz Rottenkolber heißt der, ist also der Sohn von Simona Rottelkolber und somit der Enkel von „unserem Peter“. Und zudem ist er Braumeister und seit Kurzem Inhaber seiner eigenen kleinen Brauerei, der Altstadtbrauerei Griesmüller, die gestern offiziell eröffnet wurde.

Etwa 40 solcher Brauereien gab es einst in Ingolstadt. Eine beeindruckende Tradition, an die Rottenkolber anknüpfen kann. Und zudem an die Verkündung des ersten Reinheitsgebotes 1516 just in Ingolstadt. Mehr Tradition geht sozusagen nicht. Helles, Export, Weizen, Pils oder Maibock stehen auf der langen Liste der Biere, die der 23-jährige Rottenkolber in seiner kleinen Brauerei brauen, auf die man aus dem bajuwarisch-rustikalen Lokal in der Schulstraße – in die Räume der der ehemaligen Hemingway-Bar – durch eine Glastür einen Blick riskieren kann.

Franz Rottenkolber ist selbstredend vom Fach und hat mehr aufzubieten als nur den Wunsch nach einer eigenen Kneipe. Beim Augustiner-Bräu in München absolvierte er seine Ausbildung zum Brauer und Mälzer, erhielt gar Auszeichnung als zweitbester Nachwuchsbrauer Münchens. Es folgte die Gesellenzeit in der Tennenmälzerei, bevor Rottenkolber die Meisterprüfung ablegte, gekrönt mit dem Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung. Auf seinen Reisen durch die USA sammelte er noch reichlich Erfahrung mit anderen Biertraditionen und -kulturen, bevor er als Braumeister in der Hallertau anheuerte.

Nur kurz allerdings, den dann folgte das eigene Lokal, die eigene kleine Brauerei, deren Name „Griesmüller“ auf die historische Griesmühle in der gleichnamigen Straße zurückgeht, die seit 150 Jahren in Familienbesitz ist. Dort werden künftig Schanzer Biere nach den Rezepturen von Franz Rottenkolber gebraut. Selbstredend streng nach den Regeln des Ingolstädter Reinheitsgebotes von 1516.

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