Und nach der dritten kommt die vierte Welle?

Karl Lauterbach und Hendrik Streeck warnen vor zu viel Sorglosigkeit im Umgang mit Corona

14.05.2021 | Stand 14.05.2021, 8:55 Uhr
Test −Foto: Hauser

Karl Lauterbach und Hendrik Streeck warnen vor zu viel Sorglosigkeit im Umgang mit Corona

(ty) Die dritte Corona-Welle scheint in Deutschland gebrochen, der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach mahnt aber schon, einer vierten Welle vorzubeugen. "Die Zahlen entwickeln sich sehr positiv. Einem entspannten Sommer mit deutlichen Lockerungen steht nichts mehr entgegen, wenn wir jetzt nicht unvorsichtig werden", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post".

"Um jedoch eine vierte Welle im Herbst zu verhindern, müssen wir Vorkehrungen insbesondere für Reiserückkehrer treffen", fügte er hinzu. Mindestens 20 Prozent der Bevölkerung würden auf absehbare Zeit ohne Schutz sein, weil sie sich nicht impfen lassen können oder wollen. "Wir brauchen deswegen schon jetzt strenge Tests an den Flughäfen und eine Quarantäne der Reisenden, bis das Testergebnis vorliegt für diejenigen, die aus Mutationsgebieten kommen", forderte der SPD-Politiker.

Auch für die Gastronomie riet Lauterbach zur Vorsorge. "Und klar ist auch: Sollten im Sommer und Herbst die Restaurants ihre Innenräume wieder öffnen dürfen, werden sich dort die ungeimpften Menschen unweigerlich anstecken. Daher braucht es noch für eine sehr lange Dauer digitale Unterstützung durch die Corona-Warn-App oder die Luca-App, um die Infektionsketten nachzuverfolgen", sagte der SPD-Gesundheitsexperte.

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck warnte ebenfalls davor, die Coronakrise schon für beendet zu erklären. „Es könnte sein, dass wir eine vierte Welle erleben im Herbst“, sagte Streeck dem Magazin Focus. „Die Zeit bis dahin sollten wir nutzen, die Strukturen und Prozesse zu optimieren.“

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