„Es bringt uns an den Rand des Ruins“

Petition gegen die inzidenzabhängige Zwangsschließung von Gärtnereien, Gartenfachmärkten und Blumengeschäften in Bayern

26.04.2021 | Stand 26.04.2021, 9:49 Uhr
Rose −Foto: angieconscious / pixelio.de

Petition gegen die inzidenzabhängige Zwangsschließung von Gärtnereien, Gartenfachmärkten und Blumengeschäften in Bayern

(ty) „Schenkt man sich Rosen in Tirol, weiß man was das bedeuten soll.“ Für Bayern bleibt dieses Lied, was es ist: Operette. Denn im sogenannten Freistaat ist das mit dem Schenken von Rosen so eine Sache. Denn im Gegensatz zur gesamten Bundesrepublik bleiben Gärtnereien, Blumengeschäfte und Gartencenter coronabedingt geschlossen. Wie gesagt: Nur in Bayern.

Die Bundesnotbremse sieht im neuen Infektionsschutzgesetz eigentlich eine inzidenzunabhängige Öffnung von Gärtnereien und Gartencentern vor. In Bayern hingegen gehen die Uhren wieder einmal anders. Als einziges Bundesland sind da Gärtnereien, Gartencenter und Blumengeschäfte der Öffnungsregelung im Einzelhandel unterworfen sind und somit inzidenzabhängig geschlossen. Und das mitten in der Hauptsaison.

„Es bringt uns in der jetzigen Pflanzsaison an den Rand des Ruins. Wir können nicht einfach unsere Läden schließen und Pflanzen bis zum Ende der Pandemie weiterkultivieren. Die Betriebe müssen weiterlaufen. Zu viele Pflanzen müssen ansonsten vernichtet werden, denn andernfalls können auch Folgekulturen nicht angesetzt werden“, heißt es in einer OpenPetition () an den Bayerischen Landtag, die bereits knapp 12 000 Unterschriften eingesammelt hat und nicht mehr will als eine Gleichbehandlung bayerischer grüner Betriebe mit dem Rest der Republik. 24 000 Unterschriften sind notwendig.

Pflanzen für den heimischen Garten gibt es derzeit nur in Supermärkten, die naturgemäß geöffnet sind. Das führt logischer Weise zu einer Verschiebung der Nachfrage. „Wir fordern die Gleichstellung mit dem Lebensmitteleinzelhandel, da dieser der grünen Branche aktuell massiv schadet. In den Supermärkten werden Tonnen an Pflanzen, Gartenzubehör, Erden und Düngern aktuell beworben und verkauft. Wir stellen eine extreme Verschiebung der Nachfrage fest“, so die Petition, „für die Kunden ist es viel bequemer sich im Supermarkt mit Pflanzen und Pflanzutensilien, sowie Gartengeräten einzudecken, als in die Gartenfachmärkte zu gehen. Dort muss ein Termin vereinbart werden und aktuell, je nach Inzidenz auch ein negatives Coronatestergebnis vorgelegt werden.“

„Folgen Sie der Auffassung aller anderen Bundesländer und ermöglichen Sie die inzidenzunabhängige Öffnung von Gärtnereien, Gartencentern, Gartenfachmärkten und Blumenläden“, so die Forderung der Petition.

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