Luftsteuer gefällig?

06.07.2022 | Stand 06.07.2022, 8:17 Uhr
Rathaus −Foto: Schmatloch

Von Michael Schmatloch

Die Luft in Ingolstadt ist nun wirklich nicht so gut, dass man dafür Steuern verlangen könnte. Und doch ist die Schanzer Luft steuerpflichtig. Zumindest für die, die für ihr Lokal oder Geschäft Werbung machen, indem sie beispielsweise ein Fähnchen vors Geschäft hängen, das in die Schanzer Luft ragt. Das kostet Geld. Nicht rasend viel. Aber Geld. Immerhin kommen für die Stadtkasse so satte 40 000 Euro an sogenannter Luftsteuer zusammen.

Diese Kosten für Gewerbetreibende, in erster Linie Gastronomen, wollte FDP-Stadtrat Karl Ettinger den Betroffenen angesichts der Einnahmeverluste durch die Corona-Pandemie gerne noch eine Zeit lang ersparen. Und hat deswegen einen entsprechenden Antrag gestellt. Der allerdings wurde gestern im Veranstaltungsausschuss abgelehnt. Aus verwaltungstechnischen Gründen, wie es hieß. Denn die Steuer ist längst kassiert und eine Rückabwicklung wäre ein wahrer Kraftakt, da man etwa 400 Betroffenen jeweils 100 Euro zurückerstatten müsste.

Soweit ist ja noch alles verständlich und nachvollziehbar. Nicht aber die Tatsache, dass Karl Ettinger seinen Antrag vor sage und schreibe 14 Monaten gestellt hat und er erst jetzt behandelt wurde. Sein Antrag war also längst gestellt, bevor die sogenannte Luftsteuer eingezogen wurde. Aber Ingolstadt ist nun mal die Stadt, die (n)ever sleeps.

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