Abkochgebot für Leitungswasser für Rohrbach sowie Teile von Reichertshofen

Keime im Wasser

04.07.2022 | Stand 04.07.2022, 19:09 Uhr
Trinkwasser −Foto: dpa

Wegen einer Verunreinigung mit coliformen Keimen gilt für das Versorgungsgebiet der Waaler Gruppe ein Abkochgebot für Leitungswasser. Darüber informiert das Landratsamt am Montag. Betroffen sind Rohrbach und Teile des Marktes Reichertshofen, im Konkreten Agelsberg, Au am Aign, Dörfl, Hög, Langenbruck, Ronnweg, Winden am Aign, Stöffel und St. Kastl. 

Bei routinemäßigen Trinkwasseruntersuchungen der Waaler Gruppe wurden im Hochbehälter und im Wasserverteilungsnetz geringfügige bakterielle Verunreinigungen mit coliformen Keimen festgestellt, heißt es in der Pressemitteilung des Pfaffenhofener Landratsamts. Experten des Gesundheitsamtes sowie der Pfaffenhofener Stadtwerke sind mit „umfangreichen Untersuchungen zur Ursachenfindung“, beschäftigt, heißt es weiter. Die Stadtwerke sind mit der Betriebsführung der Waaler Gruppe beauftragt. 

Der Nachweis coliformer Keime stelle immer eine unerwünschte Belastung des Trinkwassers dar. Coliforme Keime werden als sogenannte „Indikatorkeime“ im Trinkwasser untersucht. Sie finden sich häufig in Ausscheidungen von Warmblütern, aber auch in Insekten. Coliforme Keime selbst gelten als „fakultativ pathogen“. Das heißt, dass sie in der Regel bei gesunden Menschen keine Infektionen auslösen. Die Abkochanordnung sei daher eine Sicherheitsmaßnahme zum Schutz der Bevölkerung. 

„Lassen Sie das Wasser einmalig sprudelnd Aufkochen und dann langsam über mindestens zehn Minuten abkühlen“, schreibt das Landratsamt. Die Verwendung eines Wasserkochers sei aus praktischen Gründen zu empfehlen. „Nehmen Sie für die Zubereitung von Nahrung, zum Zähneputzen und zum Reinigen offener Wunden ausschließlich abgekochtes Leitungswasser.“

Für die Toilettenspülung und andere Zwecke ist das Leitungswasser ohne Einschränkungen nutzbar. Körperpflege kann laut der Mitteilung mit nicht abgekochtem Wasser erfolgen, sofern darauf geachtet wird, dass das Wasser nicht getrunken wird beziehungsweise auf offene Wunden gelangt. Weitere Fragen zu gesundheitlichen Belangen beantworten die Mitarbeiter des Gesundheitsamts nach einer E-Mail an hygiene@landratsamt-paf.de. (ty)

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