Stephan Winkelmeier und Philipp Habermann nehmen mit 21 Jahre altem Audi an Charity-Rallye teil

Zwei Lichtenauer unterwegs zum Nordkap

12.06.2022 | Stand 12.06.2022, 7:59 Uhr
−Foto: M. Schalk

Von Thorsten Stark

7500 Kilometer, neun Länder, 16 Tage – und das in Karossen, die älter als 20 Jahre alt sind: Der Baltic Sea Circle ist eine Charity-Rallye, bei der Abenteurer mit Motorsportfaible voll auf ihre Kosten kommen. In diesem Jahr sind auch zwei Männer aus Lichtenau mit dabei. 

Am kommenden Freitag starten Stephan Winkelmeier (37) und Philipp Habermann (31) mit einem Audi A5 B5 2.5 TDI quattro Avant in Richtung Hamburg, wo dann einen Tag später der Startschuss erfolgt.
Nach 373 000 Kilometern noch „sehr fit“
Das Gefährt ist Baujahr 2001 und hat schon 373 000 Kilometer zurückgelegt. „Der ist aber noch sehr, sehr fit“, sagt Stephan Winkelmeier, der Kapitän des Teams „Whole Lotta Resi“. Von einem Freund aus Österreich hat er den Wagen gekauft, ein anderer Freund hat das Fahrzeug danach umgebaut, damit es rallye-tauglich ist. Dazu gehörte die Höherlegung, spezielle Reifen, ein Zusatzscheinwerfer auf dem Dach und eine weitere Batterie für eine Kühlbox.

Über Rallyerfahrung verfügen beide nicht, es ist ihre erste, allerdings bringen sie beide schon ein großes Gespür für Technik mit. Der Handwerksmeister Winkelmeier arbeitet bei der Schrobenhausener Firma Bauer als Qualitätsplaner und Wirtschaftsingenieur Habermann bei der Firma Audi in der Beschaffung. Beide verbindet auch eine große Leidenschaft für Autos. So erklärt sich, warum sie 2019 zusammen eine Reise zur schwedischen Insel Gotland unternahmen, um einen alten Audi B2 (Baujahr 1982) abzuholen und in ihre 1600 Kilometer entfernte Heimat zu bringen. Seitdem wissen beide: Abenteuer können sie. 
Die jetzige Rallye führt die beiden wieder nach Skandinavien. Über Dänemark, Schweden und Norwegen geht es hoch zum Nordkap und dann über Finnland und das Baltikum wieder zurück nach Hamburg – und das alles wohlgemerkt ohne Navigationssystem. Auch die Nutzung von Autobahnen ist, abgesehen vom ersten und letzten Tag, untersagt. Außerdem gibt es feste Stationen am Nordkap und im Baltikum, die jedes Team erreichen muss. Ansonsten ist die Wahl der genauen Route frei. Es gibt zwar zwischendrin immer wieder Wertungspunkte, und wer am Ende die meisten hat, gewinnt die Rallye.

„Wir werden aber nicht auf Sieg fahren“, betont Winkelmeier. Ihnen geht es um den Spaß auf der Reise – und um den guten Zweck. Wie jedes andere Team hat auch ihres vorher eine gemeinnützige Einrichtung benannt, die mit Spendengeldern bedacht werden soll. Im Fall von „Whole Lotta Resi“ ist es das Herzenswunschmobil des BRK Ingolstadt. Dort arbeitet nämlich eine Freundin der beiden Lichtenauer. Der Mindestbetrag, den jeder Teilnehmer eingesammelt haben muss, liegt bei 750 Euro. Winkelmeier und Habermann haben allerdings schon vor dem Start 2800 Euro eingeworben. Auf ihrem Fahrzeug prangen schon etliche Logos von Firmen, die das Projekt unterstützen.

Winkelmeier und Habermann freuen sich auf ihre Tour, die eigentlich schon im vergangenen Jahr hätte stattfinden sollen, aber dann wegen Corona kurzfristig um ein Jahr verschoben wurde. Für Habermann, der gerade mitten im Hausbau steckt, ist es eine willkommene Abwechslung. Und auch Winkelmeier sehnt den Start herbei: „Jetzt wird es Zeit, dass es losgeht“, sagt er.

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