Zell: 39 Bewohner und Mitarbeitende stecken sich trotz vollständigen Impfschutzes an

Großer Corona-Ausbruch

13.10.2021 | Stand 13.10.2021, 20:13 Uhr
Die Regens-Wagner-Einrichtung im Hilpoltsteiner Ortsteil Zell hat ein Corona-Ausbruch schwer erwischt. −Foto: Stadt Hilpoltstein

Von Jochen Münch

Den Auhof und das Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt hat die Pandemie schon im vergangenen Jahr getroffen, und jetzt hat es auch Regens Wagner schwer erwischt. Wie das Rother Gesundheitsamt am Mittwochabend meldete, hat es in der Zeller Behinderteneinrichtung einen großen Corona-Ausbruch gegeben - trotz einer hohen Impfquote. Auch ein Todesfall ist zu beklagen.

Seit ein Mitarbeiter der Einrichtung in der vergangenen Woche positiv auf Covid-19 getestet worden war, wurden bis zu einem Reihentest am Montag noch weitere Infektionen bei insgesamt 31 Bewohnern und weiteren 9 Mitarbeitenden bestätigt. Von den insgesamt 41 Infizierten hatten aber 39 einen vollständigen Impfschutz und gelten damit als sogenannte Impfdurchbrüche. 

Die meisten Infizierten zeigen laut Gesundheitsamt überwiegend keine oder nur geringe Symptome. Eine knapp 90-jährige Bewohnerin überlebte die Infektion allerdings nicht. Sie war den Angaben zufolge zwar vollständig geimpft, befand sich aber schon vor der Infektion in einem schlechten gesundheitlichen Zustand und starb nun in der Nacht zum Dienstag im Krankenhaus. 

Ein anderer Bewohner, der am Montag positiv getestet wurde und ebenfalls vollständig geimpft war , befindet sich derzeit noch im Krankenhaus. Sein Zustand ist laut Gesundheitsamt derzeit stabil. 

Nach den ersten bestätigten Infektionen in der vergangenen Woche wurden bei Regens Wagner nicht nur die betroffene Tagesstätte für Senioren sofort geschlossen, die infizierten Menschen mit Behinderung in den Wohngruppen isoliert und die infizierten Mitarbeiter sowie deren enge Kontaktpersonen in häusliche Quarantäne geschickt, sondern es wurden in Absprache mit dem Rother Gesundheitsamt noch zusätzliche Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens getroffen. 

So gab es in dem betroffenen Bereich täglich Antigen-Schnelltests bei den Mitarbeitenden und den Bewohnern. Es gab auch eine strikte Trennung der Wohngruppen, so dass keine Durchmischung mehr möglich war. Gruppenübergreifende Betreuungsangebote wurden gestoppt, ebenfalls gruppenübergreifende Dienste der Mitarbeiter. Die Mitarbeitenden wurden in den betroffenen Gruppen mit entsprechender Schutzkleidung ausgestattet.

Bei einem Zwischenstand von sieben positiven Covid-19-Tests wurde dann vom Rother Gesundheitsamt eine Reihentestung angeordnet, bei der an diesem Montag bei rund 120 Bewohnern und Mitarbeitenden die Abstriche für einen PCR-Test genommen wurden. Hier stellte sich dann der Anstieg auf insgesamt 41 Infizierte heraus - womit aber noch kein Ende des Corona-Ausbruchs bei Regens Wagner Zell erreicht sein dürfte. 

So folgten an diesem Mittwoch weitere PCR-Reihentestungen in Gruppen, die Kontakte mit Infizierten hatten. Und dabei ist laut Gesundheitsamt mit einer weiteren Zunahme von Infizierten zu rechnen. Um eine weitere Verbreitung innerhalb der Einrichtung zu vermeiden, gilt aktuell eine durchgängige FFP2-Maskenpflicht - und zwar unabhängig vom Impfstatus.

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