Müllabfuhr entsorgt Lieferung

„Wunsch-Ablageort“ Papiertonne: Hermes-Bote schmeißt Weihnachtsgeschenk weg

03.12.2022 | Stand 04.12.2022, 7:40 Uhr
Jonas Raab

Mülltonnen stehen vor einem Haus: Ein Hermes-Paketzusteller kam auf die Idee, eine Lieferung in einer Papiertonne zu deponieren. Es war nicht seine beste. −Symbolbild: Fabian Strauch/dpa

Ein Hermes-Bote hat die Paketzustellung ad absurdum geführt: Weil niemand zu Hause war, deponierte er die Lieferung in der Papiertonne und dokumentierte das feinsäuberlich auf dem Empfängerzettel. Blöd nur, dass auch die Müllabfuhr ihrem Job gewissenhaft nachgeht.



„Ernsthaft?“, fragt der Betroffene beim Kurznachrichtendienst Twitter in Richtung Hermes. Den Vorfall, der sich am 30. November wohl irgendwo in Nordrhein-Westfalen ereignet hat, dokumentiert er mit zwei Fotos. Eins davon zeigt den Zustellzettel. Darauf angekreuzt: „Wir konnten Ihre Sendung zustellen.“ Beim Nachbarn? Am vereinbarten Wunsch-Ablageort? Weit gefehlt. „Papiertonne“ steht auf der spärlich ausgefüllten Karte geschrieben.

Hermes „liefert“ Paket in die Mülltonne



Bei Twitter schreibt der verärgerte (Nicht-)Empfänger: „Wir finden die Benachrichtigung nach unserer Rückkehr abends am 30.11.“ Dazu postet er das Bild seines Entsorgungskalenders. Siehe da. Am 30. November kommt die Müllabfuhr. „Dreimal dürft ihr raten, wo das Weihnachtsgeschenk dank Eurer Auslieferung nun ist. Was nun?“, will der Mann von Hermes wissen.



„Moin, das geht natürlich nicht“, antwortet ein Hermes-Mitarbeiter über den offiziellen Account des Paketversands. Er solle doch bitte die Sendungsnummer per Direktnachricht schicken, so die Bitte des Mitarbeiters.

Hermes-Boten sorge für Kopfschütteln bei Twitter



In den Kommentaren melden sich mehrere Menschen, die ihre Hermes-Pakete ebenfalls aus dem Müll fischen müssen. „Leidensgenosse! Bei mir lag das Paket eine ganze Woche in der Papiertonne, welche in dieser Zeit glücklicherweise nicht geleert wurde. Es hat etwas gedauert, bis wir es dort gefunden haben. Ich hatte mich direkt darauf telefonisch beschwert. Ich hoffe, das kommt nicht nochmal vor“, schreibt ein Nutzer.

Ein anderer berichtet: „Das macht Hermes bei uns seit 15 Jahren.“ Auch ihm antwortet ein Hermes-Mitarbeiter: „Wenn das nicht dein Wunschablageort ist, schicke mir gerne eine DN mit deiner letzten Sendungsnummer, dann reklamiere ich das.“ Ein dritter Betroffener hat bislang keine Antwort bekommen. Auch bei ihm habe Hermes ein Paket „beschädigt und entsorgt“. Auf eine Entschädigung warte er noch heute, schreibt er.

Auch in Österreich sorgte ein Paketbote kürzlich für ein Kuriosum: Er drehte seine Runde im Traunkreis auf Droge, öffnete mehrere Päckchen und bekam bei einer Smartwatch lange Finger. Dem Empfänger der Uhr legte er dafür zwei Stück Seife in den Karton.