Wie mobil kann Ingolstadt werden?

22.02.2021 / 21:11
Runder Tisch Innenstadt

Nordbahnhof als Verkehrsdrehscheibe? Ein Vorschlag in Sachen Stadtmobilität, betreut vom Paten Johannes Wegmann. (Autor: Hammer)

(ty)  In der Themenwerkstatt Stadtmobilität werden dicke Bretter gebohrt. Da geht es um Ideen, deren Umsetzung eher einem zähen Marathon gleichen dürfte als einem flotten Sprint. Pate Johannes Wegmann weiß das nur zu gut als Leiter des städtischen Amtes für Verkehrsmanagement und Geoinformation. In seinem Ressort läuft es oft auf Langstrecke hinaus. Außerdem ist Ärger programmiert - gerade in einer Autostadt.

Auf die Frage, wie es gelaufen ist in den Arbeitskreisen, sagt Wegmann: "Die Beteiligung ist rege, die Diskussionen sind konstruktiv." Und die Maßnahmen? "Da müssen wir halt erst mal schauen, was machbar ist", meint der Pate zurückhaltend. Oder: "Was sich umsetzen lässt, wird sich zeigen."

Die Beschilderung an den ÖPNV-Haltestellen zu verbessern - das immerhin ließe sich vermutlich relativ schnell machen. Und der Einsatz von Elektrobussen ist kein Wunschdenken, sondern schleunigst Pflichtaufgabe für jede Kommune, also auch für Ingolstadt.

Aber dann wird's schon heikel, was die Themen auf der Liste für Stadtmobilität betrifft: Wie etwa wäre es mit einer Verlegung der Verkehrsdrehscheibe vom Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) an den Nordbahnhof? Oder gar an den Brückenkopf - eine Vision von UWG-Stadtrat Sepp Mißlbeck und Architekt Peter Bachschuster? Pate Wegmann bleibt auf dem Boden der Tatsachen: "Den ZOB verlegen - eine spannende Forderung. Aber ich wage zu bezweifeln, ob das umsetzbar ist. Allein schon flächenmäßig ist das nicht möglich."

Viele Ideen und Vorschläge betreffen die INVG - etwa die Schaffung von Bus-Ringlinien, Taktverdichtungen, Einrichtung eines Shuttles als Ost-West-Verbindung über die Innenstadt oder ein Shuttle ins Ingolstadt Village. "Das war neulich schon Thema im INVG-Aufsichtsrat", sagt Verkehrsexperte Wegmann.

Auch die Fahrradfahrer haben mittlerweile eine starke Lobby in Ingolstadt. Das schlägt sich in einigen Forderungen zur Stadtmobilität nieder, etwa nach mehr Fahrradvorrangrouten in Richtung Innenstadt oder nach einer Verbesserung der Wegführung des Radverkehrs parallel zur Fußgängerzone. Das sei, gibt Wegmann zu bedenken, zum Teil aber auch eine Frage des Straßenbelags.

Wer öfter mit dem Radl in der Altstadt unterwegs ist, der weiß genau, wie unangenehm und teils auch gefährlich das Kopfsteinpflaster sein kann. "Auch der Lärm, den der Autoverkehr verursacht, ist ein Thema", so Wegmann. "Aber da gibt es kein Optimum: Alles zu asphaltieren kann auch nicht das Ziel sein, denn eine Stadt lebt ja auch vom Flair."

Etliche Diskussionen drehten sich um das Lieblingsthema vieler Ingolstädter: Parkplätze. So könnte der knapp vorhandene Parkraum optimaler für Nutzergruppen erschlossen werden. Die jetzige Aufteilung zwischen Bewohnern (nachts) und Besuchern oder Kunden (tagsüber) ließe sich hinsichtlich der Zeitfenster verbessern, meint Wegmann, orientiert an den Öffnungszeiten der Geschäfte.

Wegmanns Fazit: "Die Maßnahmen orientieren sich an den Bedürfnissen der Bürger. Wie leicht und schnell sie umzusetzen sind, wird sich nach der Bewertung durch die Fachämter zeigen."

Wirtschaftsreferent und IFG-Vorstand Georg Rosenfeld, unter dessen Regie der Runde Tisch Innenstadt steht, setzt beim Thema Stadtmobilität auch auf die Ergebnisse der Massenverkehrsmittel-Studie, die 2020 in Auftrag gegeben wurde - initiiert durch etliche Stadtratsanträge. Erste Ergebnisse sollen laut Wegmann in etwa zwei Monaten vorliegen. In der Studie geht es um die Frage, welche Arten von Massenverkehrsmitteln in Ingolstadt in Zukunft sinnvoll wären. Zum Beispiel eine S-Bahn oder eine Trambahn? Laut Wegmann wird auch untersucht, ob auf den bestehenden Gleisstrecken zusätzliche Bahnhaltestellen möglich sind - analog zum Audi-Bahnhalt.

Zahlreiche Vorschläge aus der Themenwerkstatt Stadtmobilität betreffen nach Aussagen von Wirtschaftsreferent Georg Rosenfeld den ÖPNV. Er verspricht: "Die INVG befasst sich sehr intensiv mit diesen Themen."

Suzanne Schattenhofer

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