Bündnis "Ingolstadt ist bunt" kritisiert Verhalten des damaligen Ministerpräsidenten in der Flüchtlingskrise

Widerstand gegen Ehrenbürgerwürde für Seehofer

22.10.2021 | Stand 22.10.2021, 14:25 Uhr
Horst Seehofer −Foto: Michele Tantussi/Reuters

Horst Seehofer, Bundesinnenminister und bayerischer Ministerpräsident von 2008 bis 2018, soll Ehrenbürger seiner Heimatstadt Ingolstadt werden. Das beantragt die CSU. Doch es formiert sich Widerstand.

Innerhalb des überparteilichen Bündnisses "Ingolstadt ist bunt" werde darüber diskutiert, gegen die Verleihung der Ehrenbürgerwürde an den 72-jährigen Seehofer zu protestieren, bestätigte die Linken-Stadträtin Eva Bulling-Schröter. Die Ablehnung sei in den Reihen der Kritiker sehr groß. "Da läuft bereits was."

Der Hauptgrund für den Widerstand sei Seehofers Agieren während der Flüchtlingskrise, das Eva Bulling-Schröter als eines Ehrenbürgers nicht würdig beurteilt. "Ein Ehrenbürger muss offen, liberal und humanistisch sein!" Doch Aussagen Seehofers wie die aus dem Jahr 2018, er freue sich, dass an seinem 69. Geburtstag 69 Flüchtlinge nach Afghanistan abgeschoben werden, oder sein Satz von der Migration als "Mutter aller Probleme" widerspreche entschieden dem, was man von einem Ehrenbürger erwarten müsse, so die Linken-Stadträtin und langjährige Bundestagsabgeordnete. "Außerdem sollten wir darüber reden, ob das Konstrukt der Ehrenbürgerwürde überhaupt noch zeitgemäß ist." (sic)