Diözese Eichstätt ergreift Maßnahmen zur Haushaltssicherung

Wenn Gott das Geld ausgeht

28.09.2021 | Stand 28.09.2021, 9:23 Uhr
Geld −Foto: Andreas Hermsdorf/pixelio.de

Die Diözese Eichstätt hat erste Maßnahmen zur Haushaltssicherung beschlossen und reagiert damit auf verschiedene Herausforderungen an den Wirtschaftsplan des Bistums. Die bereits für das Jahr 2021 geplanten Maßnahmen sollen helfen, die Diözese nachhaltig handlungsfähig zu erhalten. „Durch die Corona-Krise sind die Herausforderungen, die sich schon seit einiger Zeit abgezeichnet haben, nun deutlicher zu erkennen, und verlangen von uns einschneidende Veränderungen“, sagt Generalvikar P. Huber zu einer Zwischenbilanz der wirtschaftlichen Entwicklung des Bistums. Die finanzielle Situation verschärfe sich durch notwendige Rückstellungen für Pensionen und Beihilfen neben den pandemie-bedingten Einschränkungen und den weiter rückläufigen Zahlen an Kirchenmitgliedern.

Zu den aktuellen Maßnahmen, die die Ordinariatskonferenz beschlossen hat, gehören die Überarbeitung des Haushaltes für das Jahr 2021 und ein Baustopp bis Ende 2024. „Damit wollen wir Sorge dafür tragen, dass unser Defizit abgebaut und dass die Schwerpunkte des Strategieprozesses weiter vorangetrieben werden können“, erklärt Amtschef Thomas Schäfers. Deshalb sind für das Jahr 2021 nur noch Ausgaben für Projekte und Vorhaben möglich, die zwingend notwendig sind oder zur Konsolidierung und Neuausrichtung der Diözese erfolgen. Die Pfarreienfinanzierung ist aktuell nicht von Einsparmaßnahmen betroffen.

Mit dem Baustopp wird die Diözese ab sofort nur noch in Ausnahmefällen Bauanträge genehmigen. Diese Ausnahmen beschränken sich im Wesentlichen auf Maßnahmen, die aus Sicherheits- oder Brandschutzgründen oder zum Substanzerhalt und der Abwendung eines Vermögensschadens zwingend notwendig sind. Genehmigungen von Bauanträgen ohne diözesanen Zuschuss sind weiterhin möglich, genauso wie Maßnahmen, die über den Vermögenshaushalt finanziert werden. Bereits positiv beschiedene Projektphasen können weitgehend in genehmigter Höhe abgeschlossen werden.

Während des Baustopps werden in der Diözese für alle Pastoralräume Pastoral- und Immobilienkonzepte erarbeitet. Dafür wird die Ausgestaltung der Pastoralräume im Bistum überprüft. „Es ist leider absehbar, dass wir unsere Gemeinden und Einrichtungen mit einer zu groß gewordenen Infrastruktur überfordern. Anpassungen sind sicher schmerzhaft, aber notwendig, und helfen, dass die Kirche im Bistum Eichstätt vor Ort in den nächsten Jahren sinnvoll wirken kann“, erklärt Generalvikar P. Michael Huber. Dazu wird auch die Verfasstheit der Pastoralräume diskutiert und überprüft.

Bereits vor der Corona-Krise hatte die Diözese Eichstätt mit rückläufigen Jahresergebnissen gerechnet. Im Jahresabschluss 2020 verzeichnete das Bistum ein Minus von 3,8 Millionen Euro. Für das Jahr 2021 sieht der Wirtschaftsplan ein negatives Ergebnis von 18,7 Millionen Euro vor. (ty)