"Wenn es so weitergeht, hören wir mit den Tests auf"

14.07.2020 / 08:30
Längst nicht alle, die einen Termin für den Coronatest vereinbaren, kommen auch
Virus
Virus (Autor: Rössle)

"So geht das nicht!" Der Ingolstädter Arzt und Hausärztesprecher Anton Böhm ist stocksauer. Als eine von wenigen Arztpraxen in Ingolstadt bietet sein Hausarztzentrum in der Goethestraße den "Söder-Abstrich" an. So nennt Böhm den von Ministerpräsident Markus Söder angekündigten Coronatest für alle, die ihn wünschen. Doch längst nicht alle, die einen Termin für einen Abstrich vereinbaren, kommen auch. "Am Freitag und Montag haben sich zehn Leute angemeldet, die einfach nicht gekommen sind", schimpft Böhm.

Eine im Hausarztzentrum tätige Ärztin stehe dann in der Mittagspause - dem einzigen Zeitpunkt, zu dem keine anderen Patienten in der Praxis sind und der Corona-Abstrich nach Voranmeldung vorgenommen werden könne - "in voller Schutzkleidung da und wartet". Am Montagvormittag hätten sie sechs von 18 Leuten, die einen Termin vereinbart hatten, versetzt, am vergangenen Freitag waren es vier. "Ich stelle den Leuten für den Ausfall 15 Euro in Rechnung", so viel, wie die Praxis für den symptomfreien Abstrich bekommen hätte. "Wenn es trotzdem so weitergeht, hören wir mit den Tests auf."

Denn die Arztpraxen machen die Abstriche für die von Söder angekündigten Coronatests für alle freiwillig. Entsprechend sei auch die Zahl der Hausärzte, die diesen symptomfreien Test vornehmen, begrenzt. Wer coronatypische Symptome aufweist, wird auf Kosten der Krankenkasse getestet. Böhm lässt diese symptombezogenen Tests in seiner Praxis in der Richard-Wagner-Straße durchführen - jeweils nachmittags, bei der "Infektionssprechstunde".

Der "Söder-Abstrich" dagegen wird in der Praxis in der Goethestraße mittags in einem leeren Wartezimmer mit offener Terrassentüre durchgeführt. Nach dem Abstrich verlässt der Patient die Praxis über die Türe in den Hinterhof, damit Ein- und Ausgang klar getrennt sind. Wenn das Teststäbchen von einem Labor analysiert ist, bekommt der Patient telefonisch das Ergebnis.

Wie viele "Söder-Abstriche" in Ingolstadt bereits durchgeführt wurden, weiß man im städtischen Gesundheitsamt nicht. Denn gemeldet werden müssten nur positive Ergebnisse, heißt es auf Anfrage.

Von Ruth Stückle

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