Bis nächste Woche

Tausende Steuerzahler betroffen: Finanzamt Ingolstadt telefonisch nicht erreichbar

Neue Überschuss-Veranlagungsstelle: Für 5500 Steuerzahler ändert sich etwas

04.12.2021 | Stand 04.12.2021, 19:10 Uhr

Das Ingolstädter Finanzamt ordnet sich teilweise neu. Foto: dpa

Ingolstadt. Wer dieser Tage versucht, beim Finanzamt Ingolstadt anzurufen, bekommt womöglich nur eine automatische Durchsage zu hören. Denn bis 10. Dezember ist die Behörde telefonisch für bestimmte Steuerzahler nicht erreichbar. Der Grund: Das Finanzamt will seine Arbeitsprozesse beschleunigen und noch digitaler werden. Dazu ist eine Neuordnung der Veranlagungsbereiche notwendig. Rund 5500 Steuerzahler sind direkt betroffen.

Wie in allen anderen Finanzämtern Bayerns sind auch in Ingolstadt für die Bearbeitung von Steuerfällen unterschiedliche Arbeitsgebiete zuständig. Für Steuerzahler mit Gewinneinkünften (aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, freiberuflicher Tätigkeit) und Vermietung und Verpachtung ist dies die allgemeine Veranlagungsstelle (AVSt), in der bislang rund 20200 Fälle erfasst waren. Für Personen mit Einkünften aus nichtselbstständiger Tätigkeit, Kapitaleinkünften und Renten ist es die Arbeitnehmerstelle, in der bislang cirka 37400 Fälle betreut wurden.

Zur Beschleunigung und Effizienzsteigerung digitaler Arbeitsprozesse wurden am Donnerstag Steuerfälle aus der AVSt in die neue Veranlagungsstelle für so genannte Überschusseinkünfte (ÜVSt) überführt. Ziel dieser Neustrukturierung ist es auch, künftige digitale Prozesse vorzubereiten – etwa aktenlose Bearbeitung, Erteilung digitaler Verwaltungsakte, elektronischer Datenaustausch und Fallübergaben an andere Finanzämter.

Betroffen von der Neuerung sind ausschließlich jene Steuerzahler, die bisher in der AVSt veranlagt wurden, weil sie Einkünfte aus der umsatzsteuerfreien Vermietung von Grundstücken erzielen. Für sie und alle bisher in der Arbeitnehmer-Stelle veranlagten Steuerzahler ist künftig die neue Überschuss-Veranlagungstelle (ÜVSt) zuständig. Im Finanzamt Ingolstadt sind von diesem Wechsel zirka 5500 Steuerzahler betroffen: Sie erhalten auch neue Steuernummern, die sie künftig bei der Abgabe der Steuererklärung und beim Finanzamt verwenden müssen.

Die ÜVSt ist damit künftig für rund 42600 Steuerfälle zuständig, die AVSt betreut fortan rund 15000 Fälle. Von der Umstellung sind im Finanzamt Ingolstadt unmittelbar 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffenen, die auch neue Nebenstellen erhalten.

In diesem Zusammenhang weist das Finanzamt nochmals auf das elektronische Verfahren zur papierlosen Abgabe der Steuererklärung (ELSTER) hin, mit dem eine Beschleunigung der Bearbeitungszeiten erzielt werden soll. Eine Registrierung und erstmalige Anmeldung kann im Internetportal „www.elster.de“ vorgenommen werden.

− smr