Unzumutbare Situation beim Impfen und Testen: CSU und Freie Wähler fordern umgehend neuen Organisationsplan

Stundenlanges Warten bei Regen und Schnee

28.11.2021 | Stand 28.11.2021, 21:40 Uhr
Impfzentrum −Foto: Schmatloch

Sich impfen oder nur testen lassen zu wollen, das ist in Ingolstadt kaum mehr als ein eiskaltes Glücksspiel. Lange Schlangen, im Schneefall frierende Menschen und Abbrüche der Warteschlangen vor den Teststationen lange vor Ende des offiziell auf den Internetseiten der Stadt Ingolstadt angegebenen Zeitraums - in den vergangenen Tagen gab es mehrere Berichte von Bürgern, die ihrem Ärger über die Situation an Ingolstadts Test- und Impfzentren Luft gemacht haben.

Nun fordern CSU und Freie Wähler OB Christian Scharpf in einem Schreiben am Sonntagabend auf, die Corona Test-und Impf-Organisation "zur Chefsache zu machen" und bis Ende der Woche einen neuen Organisationsplan vorzulegen. 

In dem Schreiben fordern die Parteien unter anderem die Test- und Impfangebote auszuweiten beziehungsweise diese räumlich ins Warme zu verlegen: "Bei den aktuellen Temperaturen, bei Regen und Schneefall ist es nicht zumutbar, dass Menschen stundenlang auf einen Corona-Test warten müssen oder auf die Möglichkeit, sich zu impfen", so Stefan Huber, Kreisvorsitzender der CSU Ingolstadt. Huber verweist in der Mitteilung darauf, dass auf den Internetseiten der Stadt Ingolstadt nicht der Eindruck entstehen dürfe, dass man jederzeit zum Impf-Zentrum kommen könne, wenn man teilweise zweieinhalb Stunden in der Kälte ausharren müsse. "Hier muss umgehend Abhilfe erfolgen", sagt Huber. 

Die CSU und die FW Ingolstadt beantragen in ihrem Schreiben an den OB:

Der Oberbürgermeister macht die Bekämpfung der Corona-Pandemie in Ingolstadt endlich zur Chefsache.
Bis Ende der Woche wird ein neuer Organisationsplan für die Impft- und Testzentren vorgelegt.
Die Anzahl der Teststationen, die über das Ingolstädter Stadtgebiet verteilt sind, wird deutlich ausgebaut, um die Wartezeiten zu verkürzen. Weitere Betreiber sollen gewonnen werden.
Wo es möglich ist, werden Teststationen und Impf-Möglichkeiten im Warmen angeboten oder so organisiert, dass mittels eines Aufruf-Zettels die Leute nochmals ins Warme zum Einkaufen gehen können und nicht in der Kälte stehen müssen.
Die Informationen auf der Internetseite der Stadt Ingolstadt werden dahingehend angepasst, dass nicht der Eindruck entsteht, jeder könne zu jeder Zeit einen Test beziehungsweise eine Impfung erhalten. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Wartezeiten ohne Termin durchschnittlich mehrere Stunden betragen.
Die Impf-Kapazitäten werden insbesondere auch im Süden der Stadt ausgeweitet.
Es wird eine eigene Strategie für das Kinder-Impfen entwickelt, da derzeitige Wartezeiten für Kinder unzumutbar sind.
Die Stadt Ingolstadt wirkt darauf hin, dass es keine Reduzierung des Corona-Impfstoffs von BionTech gibt. Impfwillige sollen hinsichtlich des Impfstoffs freie Wahl haben.

Die CSU und die FW bedanken sich in diesem Zusammengang bei den vielen Helfern - ehrenamtlich und hauptamtlich - die in Stationen oder in Krankenhäusern bis über die Belastungsgrenze Dienst tun. „Sie zu entlasten ist unser Ziel.“