Rote Zahlen beim Klinikum

05.12.2019 / 08:37
Es ist schon fast symbolisch zu verstehen: Kurz, bevor die DK-Vertreterin das Klinikum betritt, klemmt im größten Krankenhaus der Region die Drehtüre am Eingang. Binnen kürzester Zeit bildet sich sowohl außen als auch innen eine kleine Schlange. Eine Mitarbeiterin öffnet die Seitentüre, sodass die Besucher wieder rein und raus können. Und die Berichterstatterin es doch noch pünktlich zum öffentlichen Teil der Sitzung des Krankenhauszweckverbandes schafft.
Klinikum Ingolstadt
Klinikum Ingolstadt (Autor: Schmatloch)

(ty) Es ist die letzte Sitzung vor Weihnachten. An jedem Platz der Verbandsräte steht ein Teller mit Plätzchen. Bezirkstagsprädident Josef Mederer, der stellvertretende Verbandsratsvorsitzende, leitet heute die Zusammenkunft stellvertretend für OB Christian Lösel, der anderweitige Verpflichtungen hat. Es könnte mal wieder länger dauern. Ein paar Häppchen stehen für die Verbandsräte bereit. Doch der öffentliche Teil ist in geschätzt drei Minuten zu Ende. Mederer eröffnet die Sitzung: "Gibt es zum Punkt 1, Jahresabschluss 2018 des Konzerns Krankenhauszweckverband' Fragen? Das ist nicht der Fall". Genauso verhält es sich mit Punkt 2 "Wirtschaftsplan 2020" und 3 "Fragestunde". Wenigstens hat die DK-Redakteurin unmittelbar vor der Sitzung einige Textvorlagen bekommen. Die wichtigste Information daraus: Nicht nur die Krankenhäuser der Umgebung, sondern auch der Konzern Klinikum schließt das Geschäftsjahr 2018 mit Verlust ab. Der Jahresfehlbetrag liegt bei 1,1 Millionen Euro. Im Jahr zuvor erwirtschaftete der Konzern einen Überschuss von 1,8 Millionen.


In den Konzernabschluss einbezogen ist neben dem Zweckverband als Mutterunternehmen die Klinikum GmbH, die Alten- und Pflegeheim GmbH sowie die Medizinisches Versorgungszentrum GmbH. Zehn weitere Tochtergesellschaften "von untergeordneter Bedeutung", wie es im Beteiligungsbericht 2019 heißt, spielen beim Konzernabschluss keine Rolle. Das Klinikum selbst erwirtschaftete 2018 einen Verlust von 1,4 Millionen - knapp 3 Millionen Euro weniger als 2017. Laut Prüfbericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young werden im Geschäftsjahr 2018 "belastende Sondereffekte von 0,5 Millionen Euro wirksam, während im Vorjahr begünstigende Effekte von 1,2 Millionen Euro zu verzeichnen waren". Die Wirtschaftsprüfer haben dem Konzernabschluss einen "uneingeschränkten Bestätigungsvermerk" erteilt.

Das Klinikum hat 2018 mit stabilen Fallzahlen beendet. Die Zahl der Patienten (36009 im Jahr 2018 gegenüber 35946 in 2017) und Operationen (19611 gegenüber 18813) hat sich gesteigert. Die Erlössteigerungen konnten aber den Kostenanstieg nicht decken. Der Personalstand blieb gegenüber 2017 mit 2140 Vollzeitstellen nahezu gleich.

2019 plant der Konzern Klinikum bei Gesamterträgen von 260 Millionen Euro ein zufriedenstellendes, ausgeglichenes Ergebnis. Die Geschäftsführung sieht "keine bestandsgefährdenden Risiken".

Ruth Stückle

Ruth Stückle
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