Restrukturierung in Krisenzeiten auf Kosten der Beschäftigten ein Unding

16.09.2020 / 14:11
Aktionstag bei Schaeffler in Ingolstadt – Dem Standort droht ein Abbau von 40 Stellen
IG
IG (Autor: SCHMATLOCH)

(ty) Am bundesweiten Aktionstag wehren sich auch die Ingolstädter Beschäftigten gegen den drohenden Personalabbau. In der vergangenen Woche hatte Schaeffler verkündet, über 4400 Stellen – fast alle in Deutschland – abzubauen. „Die IG Metall Ingolstadt und die Beschäftigten bei Schaeffler werden diesen Abbau nicht kampflos hinnehmen. Die Argumente des Unternehmens lassen darauf schließen, dass hier die Corona-Pandemie genutzt werden soll, um Stellen in Deutschland weiter abzubauen und die Produktion ins Ausland zu verlagern“, kommentiert der Erste Bevollmächtigte, Bernhard Stiedl, die Ankündigung des Unternehmens.

Laut Unternehmen befürchtet Schaeffler einen Rückgang des Automobil- und Industrieumsatzes und reagiert darauf mit Entlassungen. „Genau für solche Situationen gibt es das Kurzarbeitergeld, über dessen Verlängerung der Koalitionsausschuss heute berät“, so Stiedl weiter. Die IG Metall bei der Schaeffler AG in Ingolstadt habe heute vor der außerordentlichen Betriebsversammlung eine Flugblattaktion vor den Werkstoren durchgeführt. Und kündigen damit Widerstand gegen die geplanten Maßnahmen an. „Wir zeigen hier auch Solidarität mit den Standorten, die von geplanten Schließungen betroffen sind. Der Standort Ingolstadt ist derzeit mit 40 Mitarbeitern betroffen. Wir fordern einen Stopp des Personalabbaus und bieten der Unternehmensführung Gespräche an, um die Auswirkungen der Pandemie und der Transformation sozial verträglich zu gestalten“, so der Betriebsratsvorsitzende in Ingolstadt, Robert Lauffer.

Die IG Metall Ingolstadt fordert einen sofortigen Stopp der Abbaumaßnahmen, der Verlagerung der Arbeitsplätze sowie einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. „Alle gesellschaftlichen Akteure und insbesondere große Unternehmen wie Schaeffler müssen in der Krise Verantwortung übernehmen. Eine Restrukturierung in Krisenzeiten auf Kosten der Beschäftigten ist da ein Unding“, kritisiert Bernhard Stiedl.

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