Um 4,3 Prozent
Auswirkung des Fachkräftemangels: Arbeitslosigkeit in Bayern wird 2024 steigen

21.02.2024 | Stand 21.02.2024, 16:20 Uhr

Nach der Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg wird die Arbeitslosigkeit 2024 in Bayern um 4,3 Prozent zunehmen. − Symbolbild: Florian Gut/dpa

Die Arbeitslosigkeit wird einer Prognose zufolge in Bayern auch in diesem Jahr steigen.



Zugleich werde die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weiter wachsen und erstmals die 6-Millionen-Marke knacken, sagte der Chef der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit, Markus Schmitz, am Mittwoch in Nürnberg.

Zu wenig eigene Fachkräfte



Das hänge damit zusammen, dass neue Beschäftigung vor allem in Bereichen entstehe, in denen es hierzulande nicht ausreichend Fachkräfte gebe, erläuterte er. Für den Beschäftigungszuwachs seien deshalb ausschließlich ausländische Beschäftigte verantwortlich.

Nach der Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg wird die Arbeitslosigkeit 2024 in Bayern um 4,3 Prozent zunehmen – zusammen mit Hamburg die bundesweit höchste Steigerungsrate. Die Arbeitslosenquote soll demnach mit 3,5 Prozent aber weiterhin die niedrigste in Deutschland bleiben.

Viele Branchen stark von Transformation betroffen



In Bayern gebe es viele Branchen wie den Autobau, Zulieferer und die Elektroindustrie, die stark von der Transformation betroffen seien, sagte Schmitz. Im Zuge der Digitalisierung fielen dort Arbeitsplätze weg. Gleichzeitig sei der Wandel aber auch eine Chance, weil dadurch neue Geschäftsfelder entstünden, in denen Fachkräfte gebraucht werden. Die Regionaldirektion will deshalb in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf die Weiterbildung legen, damit Betriebe Mitarbeitende halten können. 345 Millionen Euro sind dafür nach Angaben von Schmitz in diesem Jahr eingeplant.

Eine Herzensangelegenheit von Schmitz, der die Regionaldirektion seit Februar führt, ist es, die Digitalisierung der Arbeitsagenturen und Jobcenter in Bayern voranzubringen. Warteschlangen und Anrufe beim Callcenter sollten künftig der Vergangenheit angehören, sagte er. Persönliche Beratungstermine sollten auch online möglich, wichtige Unterlagen und Bescheide per App verfügbar sein.

− dpa