20minmax gibt die Jury-Preis 2021 bekannt

„Nantong Nights“ gewinnt den Hauptpreis

18.10.2021 | Stand 18.10.2021, 14:53 Uhr
Nantong Nights −Foto: ohh

Die chinesisch-französische Produktion „Nantong Nights“ gewinnt den Hauptpreis der Jury beim 15. Internationalen Kurzfilmfestival in Ingolstadt. In dem atmosphärisch dichten Film nehmen Emma Qian Xu und Leopold Dewolf die Zuschauer mit auf eine nächtliche Taxifahrt durch die Millionenstadt Nantong. Das atemberaubende Wachstum und die rasanten Veränderungen der Stadt sind Kulisse und emotionaler Untergrund dieser zufälligen Begegnung dreier Menschen. Abgründe tun sich auf, sowohl menschlich als auch in Form von gigantischen Baugruben, in denen Nantong stetig weiterwächst und sich von seinen Bewohnern entfernt.

Der Preisträger des New Horizons Award, dotiert mit 1000 Euro, erzählt eine bewegende Geschichte in den Anfängen der Pandemie. „The Nightwalk“ ist ein eindringlicher kurzer dokumentarischer Film des Italieners Adriano Valerio über den jungen Mann Jarvis und dessen Start seines Auslandsstudiums in Shanghai zeitgleich mit dem Beginn des Lockdowns. Plötzlich in sein kleines Apartment gesperrt, isoliert und völlig allein kämpft Jarvis mit düsteren Gedanken und Einsamkeit. Der Film nimmt auf höchst innovative Weise die Coronapandemie zum Anlass, um aus dem „Gefängnis“ der Quarantäne heraus Fragen nach der Notwendigkeit menschlicher Bindung zu stellen.

Best Art & Experimental Short Film ist der dritte Jury-Preis des diesjährigen Festivals und ebenfalls mit 1000 Euro dotiert. Er geht an „Inside“ von Yann Chapotel. Der Film stellt auf experimentelle Weise die Frage, wie wir uns als Menschen definieren, was das Menschsein ausmacht in Zeiten allumfassender, digitaler Bildproduktion. Die Kamera fährt ein scheinbar unendliches Hochhaus entlang, Fenster gehen auf und zu, Lichter werden eingeschaltet, Bewohner erscheinen und verschwinden. Aus einzelnen, kleinen Momentaufnahmen entsteht ein rhythmisch organisiertes Muster, dessen verschiedene Bedeutungsebenen sich Schritt für Schritt offenbaren.

Neben den dotierten Preisen vergab die Jury auch zwei Special Mentions an weitere herausragende Beiträge des Festivals. Die Würdigungen gehen an „Maalbeek“ von Ismaël Joffroy Chandoutis für seine stilistisch einzigartige Rekonstruktion eines Attentats und an „En Route“ von Marit Weerheijm, eine kurze Geschichte über eine Familie am sozialen Rand in der Tradition des Neorealismus.

Insgesamt vergibt 20minmax 2021 sechs dotierte Preise, die Kinder-Jury verlieh den Shorties for Kids Award für den besten Kinderfilm an Verena Fels für „Tobi und der Turbobus“, der Southern Film Award für den besten Film aus dem Süden Deutschlands und der Weird Movies Award werden beide vom Publikum bestimmt. Die ausgezeichneten Filmemacher:innen und ihre Filme sind bei der Preisverleihung am 21. Oktober im Cinestar zu sehen. (ty)