Mit Vernunft ins heiße Wochenende

01.08.2020 / 07:37
Appelle zur Einhaltung der Schutzmaßnahmen

Symbolbild Party (Autor: Pixabay)

(ty) Überall das gleiche, besorgniserregende Bild - ob im Supermarkt beim Einkaufen oder im Regionalexpress auf der Fahrt nach München: Immer öfter sieht man Leute, die ihre Maske unter der Nase tragen oder gar keine aufsetzen und sich nicht belehren lassen.

Die zunehmende Nachlässigkeit bildet sich in Ingolstadt zwar bisher nicht beim Infektionsgeschehen ab. Dennoch appellieren die Verantwortlichen, gerade an diesem Wochenende, das bei schönem Wetter eine Fülle von Veranstaltungen bietet, die Hygieneregeln unbedingt einzuhalten. "Ich bin sehr besorgt", beschreibt der städtische Gesundheitsreferent Rupert Ebner die aktuelle Lage.

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen habe er am Freitag Verstärkung beim Personalamt angefordert. "Die wurde uns auch zugesagt. " Das Team des Gesundheitsamts sei mittlerweile besser trainiert, was die Abläufe betrifft. "Die Ermittlung von Kontaktpersonen, die Anordnungen von Quarantäne und weiteren Testungen - all das funktioniert gut. Inzwischen führt das Gesundheitsamt seine angeordneten Tests auch selber durch", so Ebner.

In Ingolstadt gebe es nach wie vor keine Corona-Hotspots. "Bei den Infizierten handelt es sich zum Großteil um Familien oder Einzelpersonen", erklärt Ebner und erwähnt auch Rückkehrer aus europäischen Risikogebieten. Keine Probleme sieht der Referent darin, dass die Menschen sich mehr auf Veranstaltungen und im privaten Rahmen treffen. "Das Allermeiste findet ja gerade im Freien statt - da ist das Ansteckungsrisiko geringer. " Gleichwohl gelte, vernünftig zu sein und unbedingt die Hygienemaßnahmen einzuhalten: "Da geht es ums Prinzip. "

Am Wochenende und abends seien zwei Leute vom Gesundheitsamt unterwegs, um die Einhaltung zu kontrollieren. Im Übrigen zählt Ebner auch auf Unterstützung durch Ordnungsamt und Polizei.

Der vom Ordnungsamt beauftragte kommunale Ordnungsdienst wurde von Juli bis September mit zusätzlichen Streifen an den Wochenenden verstärkt - neben den Abenden nun auch bereits an den Nachmittagen, teilt Rathaussprecher Michael Klarner mit. Im Rahmen dieser Kontrolltätigkeiten wird auch die Einhaltung der Corona-Richtlinien besonders beachtet: in der Innenstadt, aber auch im Naherholungsgebiet Baggersee. Bei Verstößen wird zunächst belehrt und aufgeklärt, bei fehlender Einsicht werden weitergehende Maßnahmen ergriffen. Anlassbezogen seien beim kommunalen Ordnungsdienst weitergehende gemeinsame Kontrollen in Kooperation mit Polizei und Gesundheitsamt geplant.
Auch die Polizei ist wachsam - gerade an diesem Wochenende, an dem es in Ingolstadt rundgehen dürfte. "Wir können nicht an jeden Veranstaltungsort einen Streifenwagen stellen", sagt Jürgen Diermeier, Hauptkommissar der Polizeiinspektion Ingolstadt. "Aber wir werden wieder die Augen aufhalten in Sachen Hygieneschutz. " All dies geschehe im Rahmen der üblichen Streifentätigkeit und abhängig vom Einsatzgeschehen, so Diermeier. "Daher unser Appell an die Vernunft der Bevölkerung, zum Wohle aller die Hygienemaßnahmen einzuhalten. "

Pro Tag führt die Polizei in Ingolstadt rund 100 Corona-Kontrollen durch, heißt es gegenüber unserer Zeitung. Im Juli seien fünf Verstöße zur Anzeige gebracht worden - in der Regel handelte es sich um unbelehrbare Menschen.

Das Klinikum Ingolstadt verfolgt "die aktuelle epidemiologische Situation aufmerksam und ist auf steigende Infektionszahlen vorbereitet", heißt es auf DK- Anfrage. Obwohl in den vergangenen zwei Monaten eine deutliche Entspannung zu beobachten war, habe das Klinikum stets an seinem strengen Hygiene- und Sicherheitskonzept festgehalten. Auch der speziell eingerichtete Krisenstab sowie die Corona-Arbeitsgruppe tagen weiterhin regelmäßig, um die aktuelle Situation zu beurteilen und daraus gegebenenfalls Handlungsmaßnahmen abzuleiten.

Das Klinikum sei jederzeit in der Lage, auf einen steigenden Bedarf in der Versorgung von Covid-19-Patienten zu reagieren, wird betont. Im Falle eines Anstiegs der Infektionszahlen könne es durchaus erforderlich sein, weniger dringende Operationen und Eingriffe einschränken zu müssen. Auch eine weitere Einschränkung der Besuchsmöglichkeiten könne situationsbedingt erforderlich werden. Das Klinikum richtet sich diesbezüglich nach den weiteren Vorgaben und Verordnungen der Regierung zum Krankenhausbetrieb. 

Suzanne Schattenhofer
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