Mit mehr Druck zu schnelleren Bahntakten?

21.11.2020 / 07:07
Verkehrsverbund will sich für häufigere Regionalzüge auf der ICE-Strecke nach Nürnberg einsetzen

Bahnpendler am Ingolstädter Hauptbahnhof: Die Verbindungen nach München, Regensburg , Augsburg und Donauwörth sind recht passabel, doch nach Nürnberg könnten sie besser sein. (Autor: Archiv)

(ty) Dass die Schienenverbindungen des Großraums Ingolstadt in die bayerischen Nachbarregionen über die Jahre deutlich verbessert worden sind, kann kaum bestritten werden. Allerdings haben sich dabei gewisse Schwerpunkte für die Donautalstrecke und für die Verbindung zwischen Ingolstadt und München ergeben. Nach Norden hin gibt es in Richtung Nürnberg, was Nahverkehrszüge auf der ICE-Strecke angeht, hingegen nur einen Zweistundentakt.

Erst ab 2028, so die bisherigen Planungen der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), sollen auf der Neubaustrecke werktags stündlich Regionalzüge verkehren und nicht nur an den beiden Ingolstädter Bahnhöfen, sondern auch an den für die Landkreise Eichstätt und Roth so wichtigen Stationen in Kinding und Allersberg halten. Für die Wochenenden ist eine kürzere Taktung hingegen bereits ab 2022 angekündigt.

Dem Eichstätter Landrat Alexander Anetsberger (CSU) dauert das zu lange. Er hat diese Woche im Zweckverband der Verkehrsgemeinschaft Region Ingolstadt (VGI) um Unterstützung für einen politischen Vorstoß geworben, eher zu kürzeren Taktungen an Werktagen zu kommen. Es sei für Pendler aus den Kommunen entlang der Strecke München-Nürnberg, also eben auch aus Ingolstadt und den Landkreisen Pfaffenhofen und Eichstätt, die nach Nürnberg müssen, sicher wünschenswert, schneller zu mehr Nahverkehrsverbindungen zu kommen, so der Landrat vor den VGI-Kollegen. Er erklärte, dass eine Anfrage bei der bayerischen Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) allerdings keine neuen Erkenntnisse zum bereits bekannten Zeitplan der BEG gebracht habe.

Im Landkreis Roth hat sich laut Anetsberger inzwischen bereits eine Initiative in Stellung gebracht, die auf eine zügigere Taktverdichtung drängen will und offenbar auf der Suche nach Verbündeten ist. Der Landrat stellte anheim, dem Anliegen mehr Nachdruck zu verschaffen, indem sich die VGI einklinkt. Dagegen gab es im Gremium keinen Widerstand - im Gegenteil: Geschäftsleiter Robert Frank bot an, ein entsprechendes Schreiben zu formulieren, das noch auf der politischen Führungsebene in der Region 10 abgestimmt und dann von Ingolstadts OB Christian Scharpf als VGI-Verbandsvorsitzendem unterzeichnet werden könnte. So soll es nun auch geschehen.

Die Verkehrsgemeinschaft sieht sich, wie diese Woche berichtet, nach gut zweijähriger Tarifunion allmählich als wirklicher Verkehrsverbund, der natürlich auch politisch mehr Einfluss entwickeln kann. Inwieweit das im konkreten Fall weiterhilft, wird sich zeigen müssen. Alexander Anetsberger gab sich jedenfalls zuversichtlich, dass man auch den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) auf seine Seite bringen könne. Dass die bisher in Aussicht gestellten Termine für Taktverbesserungen in der Region nicht befriedigen können, meinte auch OB Scharpf. Er sprach auch angesichts der BEG-Aussage , den neuen Audi-Bahnhalt erst ab 2024 durch eine Wendeschleife am Gaimersheimer Bahnhof besser bedienen zu können, von "wahnsinnigen Zeiträumen".

Bernd Heimerl
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