Nach schwerer Krankheit
Liana Issakadse ist tot: Geigerin brachte das Georgische Kammerorchester nach Ingolstadt

05.07.2024 | Stand 05.07.2024, 15:51 Uhr |

Liana Issakadze bei den Audi-Sommerkonzerten 1996. Die Geigerin wurde vom Publikum gefeiert, als sie zusammen mit Yehudi Menuhin als Dirigenten auftrat. Foto: Braun, DK-Archiv

Die Geigerin und Dirigentin Liana Issakadse ist nach langer schwerer Krankheit am heutigen 5. Juli in Tiflis gestorben. Issakadse, eine der bedeutendsten Geigerinnen ihrer Generation, kam 1990 nach Ingolstadt und lebte fünf Jahre lang in der Region.



Liana Issakadse war in dieser Zeit die Chefdirigentin des Georgischen Kammerorchesters, das mit ihr zusammen aus Tiflis nach Deutschland emigriert war. 1995 trennten sich die Wege zwischen Issakadse und dem Orchester. Issakadse wirkte wieder als Geigensolistin, während das Orchester einige Jahre ohne musikalischen Leiter auskommen musste.

Ab 1981 Chefdirigentin des Georgischen Kammerorchesters



Liana Issakadze wurde am 2. August 1946 in Tiflis geboren. Bereits mit neun Jahren trat sie mit dem staatlichen Sinfonieorchester ihrer Heimatstadt auf. Später studierte sie bei David Oistrach, dessen Assistent sie wurde. Ihren Durchbruch als international erfolgreiche Musikerin hatte sie, als sie 1970 den 1. Preis beim Internationalen Jean-Sibelius-Violin-Wettbewerb gewann. Später dirigierte sie immer häufiger auch ihre Konzerte. So wurde sie 1981 Chefdirigentin des 1964 gegründeten Georgischen Kammerorchesters.

Nachdem sie das Orchester in Ingolstadt verlassen hatte, wurde sie in Tiflis Chefdirigentin eines neu gegründeten Staatlichen Georgischen Kammerorchesters. Dieses Orchester leitete sie bis 2004. In den folgenden Jahren war Issakadse weiterhin als Geigerin und Dirigentin tätig. So übernahm sie 2009 ein südosteuropäisches Jugendorchesters.

Zuletzt 2010 in Ingolstadt



Ein letztes Mal gastierte sie als Geigensolistin 2010 in Ingolstadt – ein Konzert, das vom Donaukurier veranstaltet wurde und im Verlagsgebäude in Ingolstadt stattfand. Issakads lebte zeitweilig in Paris und Grasse bei Cannes und zuletzt in Tiflis. In den letzten Jahren ihres Lebens litt sie an Demenz und trat nicht mehr öffentlich auf.

DK