Klinikpersonal in Roth atmet auf

17.02.2021 / 17:51
Gute Nachrichten aus der Kreisklinik Roth. Nur noch ein einziger Corona-Patient wird aktuell auf der Intensivstation in der Einrichtung am Weinbergweg beatmet. Auf der Allgemeinstation befinden sich - Stand diesen Mittwoch - gar keine Covid-19-Patienten mehr. "Nach dem Höhepunkt mit 40 Patienten gleichzeitig vor vier bis fünf Wochen haben wir nicht mit einer so raschen Entspannung der Lage gerechnet", sagt Werner Rupp, Vorstand der Kreisklinik Roth.
(Autor: Pixabay)

(ty) Noch Mitte Januar verhieß die Entwicklung nichts Gutes. Der 7-Tages-Inzidenzwert im Landkreis Roth lag bei über 250. Seither ging es stetig nach unten mit den Zahlen - aktuell auf eine 7-Tages-Inzidenz von knapp 20. Auf den Stationen des Klinikums zeigen die Eindämmungsmaßnahmen der vergangenen Wochen ihre Wirkung.
Auch wenn der momentane Trend positiv stimmt, auf den Stationen bleibt man dennoch wachsam: "Wir als Verantwortliche des Hauses unternehmen alles, was in unserer Macht steht, um diesen positiven Zustand beizubehalten", erklärt Rupp. "Wir freuen uns, dass die Zahlen vergleichbar mit der allgemeinen Entwicklung weiter rückläufig sind." Rupp bereiten jedoch die sich langsam ausbreitenden Mutanten des Coronavirus Sorgen. "Es ist wirklich schwer für uns, die Situation aktuell zu bewerten. Wir wissen heute auch nicht, wie sich die Zahlen in den nächsten Wochen entwickeln werden - besonders im Hinblick auf die Mutanten."

Einen Patienten, der an einer Covid-19-Mutation erkrankte, gab es im Klinikum vergangene Woche bereits. Er wurde jedoch in ein anderes Klinikum verlegt, weshalb aktuell keine mit Mutanten infizierten Patienten auf den Stationen liegen, teilt Guntram Rudolph von der Öffentlichkeitsarbeit des Klinikums mit. Tritt eine Mutante erneut am Klinikum auf, ist man darauf vorbereitet. "Wir halten alle vorgesehenen Isolationsmaßnahmen weiterhin vor und sind im Stande, mehrere Patienten, die mit einem mutierten Covid-19-Virus infiziert worden sind, aufzunehmen", versichert Rudolph. Alle Covid-positiven Patienten kommen bei ihrer Aufnahme in Einzelzimmer. "Wir arbeiten aktuell nur mit der halben Kapazität, denn unser Haus hat sehr viele Doppelzimmer. Liegt dort ein Corona-Patient, können wir natürlich keinen normalen Patienten mehr in das Zimmer legen", so Rudolph. Auch die mit Mutanten infizierten Patienten müssen voneinander getrennt werden. Lediglich das Zusammenlegen von Covid-Positiven ohne Mutation wäre nach der vier bis sieben Tage dauernden Sequenzierung auf Mutationen im Labor möglich.

Um den reibungslosen Ablauf im Klinikum zu gewährleisten, werden auch alle Mitarbeiter, die am Patienten arbeiten, weiterhin bis zum 1. März zweimal in der Woche auf Corona getestet. Auch bei den Impfungen der Mitarbeiter gebet es Fortschritte, erklärt Rudolph. "Fast 400 Mitarbeiter sind erstgeimpft. Die zweite Impfung ist noch nicht bei allen abgeschlossen. Aber es geht voran - ich persönlich hatte meine Zweitimpfung am Mittwochvormittag."

Durch die positive Lage denke man mittlerweile über den Abbau erster Kapazitäten für Corona-Patienten nach, erklärt Vorstand Werner Rupp. "Mittelfristig möchten wir in den Normalbetrieb zurück. Momentan ist es jedoch eine Gratwanderung, da keine Kapazitäten abgebaut werden sollen, die wir bald erneut brauchen könnten. Die Grundsicherheit bei neuen Covid-Fällen muss immer gegeben sein." Mit den freigewordenen Kapazitäten könnten neue Operationen terminiert und vorgenommen werden. "Die Vergabe der Termine ist abhängig von den aktuellen OP-Kapazitäten und den freien Betten auf den Stationen", sagt Guntram Rudolph. "Aktuell werden in unserem Haus alle Notfälle versorgt und die Operationen berücksichtigt, die bisher bereits verschoben wurden."

Besucher sind in der Kreisklinik Roth weiterhin nicht gestattet. Bis 1. März wird diese Regelung beibehalten, eine Abkehr davon ist laut Werner Rupp jedoch bereits in Planung. "Wenn sich die Zahlen weiterhin positiv entwickeln, können wir das Besuchsverbot in ein paar Wochen aufheben." Dann dürften Angehörige und Bekannte unter Vorlage eines negativen Corona-Tests ihre Liebsten wieder besuchen. Es sei wichtig, den Patienten soziale Kontakte zu ermöglichen, erklärt Rupp. "Die meisten Patienten, die zu uns kommen, sind nicht nur einen oder zwei Tage hier. Besonders älteren Menschen hilft der Kontakt bei der Genesung, weshalb wir ihn, sobald es gefahrlos möglich ist, ermöglichen wollen."

Eine Ausnahme vom strikten Besuchsverbot bildet die Entbindungsstation. Ab diesem Mittwoch treten hier Neuregelungen in Kraft. "Eine vorher festgelegte Person darf bei der Entbindung anwesend sein und während des gesamten Klinikaufenthalts von Mutter und Kind die Klinik als Besucher betreten", erklärt Rudolph. Der Bezugsperson wird hierfür eine Besucherkarte ausgestellt. Sie beinhaltet die persönlichen Daten und muss beim Betreten der Klinik an der Pforte vorgezeigt werden. "Die Besuchszeit ist auf eine Stunde pro Tag begrenzt und ist nur zwischen 14 und 17 Uhr erlaubt", so Rudolph.

Andreas Renner
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