"Kein Grund, die Regeln locker zu nehmen"

28.07.2020 / 08:20
Zahl der Corona-Neuinfektionen geht in Ingolstadt wieder nach oben - Ebner mahnt zu Vernunft

Auf Abruf: Die Corona-Teststation beim Audi-Sportpark hat seit Ende Juni geschlossen, könnte aber bei einem lokalen Ausbruch schnell wieder aktiviert werden. (Autor: Ruth Stückle)

(ty) Die Angst vor einer zweiten Corona-Welle wird größer. Auch in Bayern gibt es, wie jüngst auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming, wo sich 174 Erntehelfer infiziert hatten, größere lokale Ausbrüche. In Ingolstadt gehen die gemeldeten Fallzahlen ebenfalls wieder nach oben. 

"Das beunruhigt mich zutiefst", sagte Gesundheitsreferent Rupert Ebner am Montag im Hinblick auf die vergangene Woche. Auch wenn man von einem Infektionsgeschehen wie in Niederbayern weit entfernt sei. Am Montag meldete das städtische Gesundheitsamt vier Neuinfektionen seit Freitag. Die seien von Freitagnachmittag, so Ebner. Am Samstag und Sonntag habe es keine neuen Fälle gegeben.

Aktuell 24 Infizierte in Ingolstadt

Aktuell am Coronavirus erkrankt sind derzeit in Ingolstadt 24 Menschen. Die Zahl der Genesenen ist mit mittlerweile 455 ungleich höher. Gestorben sind in Verbindung mit dem Virus bislang 38 in Ingolstadt lebende Menschen. Die Fallzahl insgesamt: 517 Personen. In Klinikum wurden am Montag zwei Covid-Patienten behandelt.

Vergangene Woche haben sich die Zahlen im Stadtgebiet nach oben entwickelt - innerhalb einer Woche gab es 19 Neuinfektionen. Lag die Zahl der aktuell Erkrankten Mitte Juli noch bei 6, stieg sie in der vergangenen Woche fast täglich an. Beginnend mit fünf neuen Fällen, die am vergangenen Montag gemeldet worden waren, darunter drei Kinder einer Ingolstädter Familie. 42 Kinder einer Kindergarten-Gruppe und zwei Schulklassen mussten daraufhin in Quarantäne. Nach einer Pause am Dienstag wurden am Mittwoch fünf neue Covid-19-Fälle gemeldet, darunter ein Geschwisterkind der zwei Tage zuvor positiv getesteten Kinder. Am Donnerstag: zwei weitere Fälle. Am Freitag gleich sieben. Da wirken die vier am Montag gemeldeten Fälle schon fast beruhigend.

Muss man sich Sorgen machen? Laut Ebner resultieren die Infektionen "aus einem Familiengeschehen und von Urlaubsheimkehrern". Epidemiologisch könne man daraus "nichts konstruieren". Betroffen seien zwei Ehepaare, ein Einzelner und etwa 10 aus einem familiären Umfeld. Die Kontaktpersonen seien ermittelt, das Gesundheitsamt entscheide, ob Quarantäne, Test oder beides. Mittlerweile könne sich ohnehin jeder testen lassen, auch ohne Symptome. Genügend Schutzkleidung und Laborkapazitäten seien vorhanden.

Aufgrund steigender Zahlen werde überlegt, die GOIN-Praxis zu bestimmten Zeiten für Coronatests zur Verfügung zu stellen. Bei Bedarf könne die Teststation beim Audi-Sportpark aktiviert werden. Der sei momentan noch nicht gegeben. Ab 30 Fälle pro Woche werde es in einer Stadt der Größe Ingolstadts kritisch, "ab 50 sieht das RKI rot". Jetzt sei Vernunft das Gebot der Stunde. Das Gesundheitsamt habe zwei Leute eingestellt, um die geltenden Hygieneregeln zu kontrollieren. Ebner: "Es gibt überhaupt keinen Grund, die Regeln locker zu nehmen."

Ruth Stückle
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