Jürgen Kellerhals greift zu

30.06.2020 / 18:22
Der Investor kauft das frühere C&A-Gebäude in der Ludwigstraße

Mitten in die brandaktuelle Diskussion um einen Neuanfang für die Innenstadt platzt jetzt eine Nachricht: Die JKV Grundstücksverwertungs-GmbH von Investor Jürgen Kellerhals hat das Gebäude des ehemaligen C&A in der Ludwigstraße gekauft. Das wirft ein völlig neues Licht auf die Entwicklung des gesamten Areals, die seit der geplanten Schließung der Filiale von Galeria Kauf-Karstadt neue Fahrt aufgenommen hat.

Den Verkauf bestätigte JKV-Geschäftsführer Jürgen Hörner. Die Immobilie sei Kellerhals Ende 2019 von einem Makler angeboten worden. Verkäufer war die Redevko Immobilienverwaltung mit Sitzt in Düsseldorf, die 1999 zur Verwaltung der C&A-Häuser gegründet wurde. Laut Hörner sieht Jürgen Kellerhals Potenzial in dem Objekt und will es entwickeln - in Richtung Handel. "Wir wollen es auf jeden Fall nicht leerstehen lassen. Die zusammenhängende Handelsstruktur soll erhalten bleiben." 

Nach Angaben des Immobilienverwalters verfügt das Gebäude über eine Fläche von zirka 5000 Quadratmetern auf fünf Etagen. Der Verkauf habe sich hingezogen. "Das ist eine ziemlich komplexe Geschichte wegen der vielen Dienstbarkeiten", so Hörner. Es gehe um Nutzungsrechte, Auflagen oder Verknüpfungen, etwa ein gemeinsames Treppenhaus mit dem benachbarten Kaufhof-Gebäude.

In dem Gebäude war 22 Jahre lang das Modehaus C&A untergebracht. Die Innenstadt-Filiale zog dann im Jahr 2012 innerhalb der Fußgängerzone um - in das ehemalige Woolworth-Domizil in der Ludwigstraße 15. "Wir wollten in die A-Zone", erklärt Ulrike Gerlach, Leiterin der Filialen Ludwig- und Eriagstraße (eine dritte gibt es im Westpark). "Außerdem war die Fläche zu groß. Zeitweise hatten wir den dritten Stock an Kaufhof abgegeben."

Gerlach verfolgt die aktuelle Diskussion verständlicherweise mit großen Interesse. "Unsere Filialen laufen gut, aber auch wir würden uns mehr Frequenz wünschen. Ein Ikea-Möbelhaus wäre der Hammer. Die Innenstadt muss attraktiver werden, sonst stirbt sie aus."

Nach dem Umzug von C&A war im Erdgeschoss des Gebäudes zeitweise der Billig-Shop "Die Halle" untergebracht, seit längerer Zeit steht das Haus leer. Aufgrund seiner Größe und der B-Lage gilt es als schwer zu vermietende Immobilie. Wenn jetzt ab Herbst mit Galeria Karstadt-Kaufhof ein neuer Leerstand hinzukommt, spitzt sich die Lage in der Innenstadt weiter zu. Oberbürgermeister Christian Scharpf (SPD) sagt, er werde nächste Woche ein Gespräch mit Jürgen Kellerhals führen. "Ich möchte ausloten, welche Pläne er hat. Grundsätzlich begrüße ich es, dass sich jemand der Immobilie angenommen hat. Ich habe an Herrn Kellerhals nur eine einzige Bitte, dass er sie nicht zu lange brachliegen lässt", so Scharpf. "Vielleicht hat er ja auch Interesse am Kaufhof-Gebäude."

Bezüglich der Schließung von Galeria Karstadt-Kaufhof hat der OB in den vergangenen Tagen etliche Telefonate geführt - auch mit dem Insolvenzverwalter. "Es besteht wenig Hoffnung", sagt Scharpf. "Die Ingolstädter Filiale ist zu umsatzschwach. Umso mehr müssen wir uns jetzt rasch Gedanken machen. Ich ziehe auch einen Ankauf des Gebäudes in Erwägung."

Von Suzanne Schattenhofer

C&A
C&A (Autor: SCHMATLOCH)
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