Ingolstädter Talentschmiede

Super SUP Raceteam bildet ehrgeizige Jugendliche aus – mit Erfolg

26.08.2022 | Stand 27.08.2022, 6:49 Uhr
Julian Meier

Der Spaß am Sport soll bei den Nachwuchs-Athleten Leon Fichtner (v.l.), Raphael Habiger, Max Indulak und Josephina Karst erhalten bleiben. Foto: Karst

Dass sich Raphael Habiger nach nur einem Jahr Training bereits Deutschlands Bester nennen darf, damit hätte er selbst nicht gerechnet. Der 15-jährige Eichstätter erreichte bei der deutschen Meisterschaft im Stand-up-Paddling Platz eins in der Jugendklasse.



„Ich wurde zwar ziemlich schnell schon bayerischer Meister und Dritter bei einem Weltcup-Rennen, jedoch habe ich nicht erwartet, dass ich auch bei der deutschen Meisterschaft so erfolgreich sein würde“, sagt der Eichstätter. Der Erfolg kommt aber nicht von ungefähr.

Habiger ist Teil des Super SUP Raceteam, einer Art Ausbildungsverein zum Stand-up-Paddling in Ingolstadt. Drei Jungen und ein Mädchen sind aktuell dabei. Sie trainieren zweimal wöchentlich auf dem Wasser, dazu kommt Ausdauertraining. Am Wochenende geht es dann quer durch den deutschsprachigen Raum zu den verschiedenen Wettkämpfen. Anfängerkurse gibt es keine – hier werden sportlich ambitionierte Jugendliche zu den Profis von morgen ausgebildet.

Deutsche Meisterschaft Ende Juli

Ende Juli fuhr das vierköpfige Team zur deutschen Meisterschaft auf die Insel Fehmarn (Schleswig-Holstein). Es ging darum, Deutschlands Beste in der Kategorie Open Ocean, also auf dem Meer, zu krönen. Im Stand-up-Paddling gibt es daneben noch die Kategorien Flatwater – Flachwasser wie Seen und Flüsse – sowie Wildwasser. Mit dabei auf Fehmarn war auch Josephina Karst aus Gaimersheim. Die 15-Jährige hatte bereits im vergangenen Jahr teilgenommen und dabei den dritten Platz erreicht. Dieses Jahr gelang ihr der Sprung nach ganz oben – Karst ist neue deutsche Meisterin. „Ich habe dieses Jahr sehr viel trainiert und viel Zeit in diesen Sport investiert. Deshalb freut es mich sehr, dass es für meinen ersten deutschen Meistertitel gereicht hat“, sagt sie. Theoretisch hätte sie sogar zweifache deutsche Meisterin werden können, schließlich standen in Fehmarn zwei Rennen an: Beim Long Distance ging es zwölf Kilometer durch Wind und Wellen, im Technical Race wurde ein Parcours durchfahren. Habiger und Karst gewannen jeweils das Technical Race, im Long Distance-Rennen wurden sie Zweiter beziehungsweise Fünfter in ihrer jeweiligen Klasse.

Auch die beiden weiteren Teammitglieder waren durchaus erfolgreich: Leon Fichtner erreichte immerhin das Finale im Tech Race und wurde dort Sechster; im Long Distance landete der 15-Jährige im Mittelfeld. Der Jüngste im Bunde, Max Indulak, startete mit seinen 14 Jahren sogar noch in der Schülerklasse und wurde im Tech Race Vierter. In der Long Distance schied er während des Rennens aus.

Weitere Wettkämpfe

Der Trainer und Kopf des Super SUP Raceteams, Michael Karst, war jedenfalls zufrieden mit den Leistungen seiner Schützlinge: „Sie haben alle toll gekämpft und hatten richtig Spaß. Meines Erachtens gehört zum Training Jugendlicher nicht nur die sportliche Komponente. Ich denke, wir Trainer haben auch eine soziale Aufgabe.“ Der Vater von Josephina war bereits jahrzehntelang als Trainer in verschiedenen Sportarten tätig und hat sich extra zum Stand-up-Paddling-Trainer weitergebildet. „Ich hoffe sehr, dass wir weiter wachsen und mehr Leute zum sportlich ambitionierten Stand-Up-Paddeln bringen können“, sagt er.

Bis dahin stehen erstmal weitere Wettkämpfe an, wie die Europameisterschaft in Dänemark, an der Josephina Karst teilnimmt. Oder auch die deutsche Meisterschaft im Flatwater. Michael Karst hat aber nicht nur das Hier und Jetzt im Blick: „Das langfristige Ziel des Teams sollte die bestmögliche Entwicklung der einzelnen Mitglieder sein, ohne den Spaß am Sport zu riskieren. Ein Fordern und Fördern.“ Ein mögliches Ziel wäre etwa die Teilnahme an den Olympischen Spielen. Noch ist das Zukunftsmusik, das Stand-up-Paddling ist derzeit vom DOSB nicht als Sportart anerkannt. 2028 aber soll es erstmals olympisch werden. Die Jugendlichen wären dann im besten Sportleralter. Den Ehrgeiz haben sie jedenfalls bereits inhaliert. Wie etwa Raphael Habiger, der sich mit dem deutschen Meistertitel noch lange nicht zufriedengibt: „Ich darf mich jetzt nicht darauf ausruhen, sondern muss dies als Ansporn sehen, um noch härter zu arbeiten, damit ich noch höhere Ziele erreichen kann.“

DK