Hat Ingolstadt den ältesten Christkindlmarkt Bayerns?

01.12.2019 / 10:27
Rathauslounge, Christkindlmarkt am Theaterplatz, Eisarena am Neuen Schloss, Weihnachtsmarkt in der Birkenheide: Gut gerüstet für eine unterhaltsame Vorweihnacht
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christkindl1 (Autor: SCHMATLOCH)

(ty) Rathauslounge, Christkindlmarkt am Theaterplatz, Eisarena am Neuen Schloss, Weihnachtsmarkt in der Birkenheide. Jetzt kann Weihnachten wirklich kommen. Und eventuell gibt es sogar noch ein ganz besonderes Geschenk für den Ingolstädter Christkindlmarkt. Denn SPD-Stadtrat Robert Bechstädt will herausgefunden haben, dass der Ingolstädter Weihnachtsmarkt der älteste von ganz Bayern ist und im kommenden Jahr 450 Jahre alt wird.

Wenn der am 23. Dezember seine Pforten schließt, geht es am Paradeplatz noch bis zum 6. Januar weiter. Bereits seit sieben Jahren gibt es diese ungemein beliebte von IN-City betriebene Eislauffläche jetzt schon, obschon sie vor Jahren durch den Ausstieg von Audi als Sponsor auf der Kippe stand. Bis zum 6. Januar können die Besucher kostenlos Schlittschuhlaufen oder von außen das Treiben beobachten, gut versorgt dank des Hüttendorfes rund um die Eisfläche und der großen Hütte an der Nordseite.

Dass es die Eisarena am Schloss überhaupt noch gibt, ist vor allem einem Zusammenschluss von 22 Ingolstädter Familienunternehmen und der Initiative von Reinhard Büchl zu verdanken. Sie treten unter dem Namen „Familienunternehmen für Ingolstadt“ auf und stemmen das Projekt als Hauptsponsor gemeinsam mit den Stadtwerken Ingolstadt. Die Eisarena auf dem Paradeplatz ist nun bis 2021 gesichert. 2016 hatte sich Audi als Unterstützer zurückgezogen – die 22 Unternehmen schlossen sich kurzerhand zusammen und retteten die beliebte Eisfläche. Die Eisfläche ist 550 Quadratmeter groß, und ist Montag bis Donnerstag von 12 bis 20.30 Uhr geöffnet, Freitag von 12 bis 21.30 Uhr, Samstag 11 bis 21.30 Uhr und an Sonntagen von 11 bis 22.30 Uhr.

Drei Jahre lädt auch die Birkenheide mittlerweile zum Weihachtmarkt rund um den malerischen See. An den ersten drei Adventwochenenden ist der aufwändig illuminierte Markt geöffnet. Am Ausstellungskonzept hat sich im Vergleich zu den Vorjahren kaum etwas geändert. Rund 40 Händler bemühen sich um das Publikum. Rund 21 000 Besucher waren es im vergangenen Jahr.

Auch ein Bus-Shuttle wurde wieder eingerichtet. Allerdings ist im Gegensatz zu den Jahren zuvor Ingolstadt nicht mehr in den Fahrplan eingebunden. Den genauen Fahrplan und die Abfahrtszeiten können Besucher einem Flyer entnehmen, auch auf der Homepage des Weihnachtsmarktes ist er nachzulesen. Linie eins fährt vom Busbahnhof Geisenfeld ab, hält am Wasser-Ski-Park Nötting, am Bahnhof in Rockolding und beim Gasthaus Alter im Vohburger Ortsteil Hartacker. Linie 2 startet am Berghauser Weg 3 (Audi) in Münchsmünster und fährt direkt zum Weihnachtsmarkt. Für die Rückfahrt gilt die gleiche Streckenführung. Für Gäste, die mit dem Auto zur Haltestelle kommen, sind teilweise kostenlose Park-and-Ride-Stellplätze vorhanden. Geöffnet ist der Weihnachtsmarkt an den drei ersten Adventwochenenden jeweils freitags von 17 bis 21 Uhr, samstags von 14 bis 21 Uhr und sonntags von 14 bis 20 Uhr. 

Dass es sich beim Ingolstädter Christkindlmarkt möglicherweise um den ältesten Weihnachtsmarkt Bayerns handeln könnte, das will Stadtrat Robert Bechstädt eruiert haben. Zufällig entdeckte er bei der Lektüre einer überregionalen Zeitung den entscheidenden Hinweis, wie er sagt. Bei einem Artikel über Christkindlmärkte aus ganz Bayern wurde besonders über den Weidener Weihnachtsmarkt berichtet. Dabei hieß es wörtlich: „Der Weidener Weihnachtsmarkt gilt (nach Ingolstadt) als zweitältester Christkindlmarkt in Bayern.“ Dies hieße im Umkehrschluss, dass Bayerns ältester Weihnachtsmarkt in Ingolstadt ist.

Bei einer Überprüfung im Internet kam Bechstädt zum gleichen Ergebnis. Der Weidener Weihnachtsmarkt ist erstmals aus dem Jahr 1600 überliefert, während der Ingolstädter Christkindlmarkt auf das Jahr 1570 zurückgeht. Das hieße, dass der Ingolstädter Christkindlmarkt 2020 dann 450 Jahre alt würde. 

Zwar hat der Augsburger Christkindlmarkt im 1498 erstmals urkundlich erwähnten Lebzeltermarkt seinen Ursprung, der Münchener Christkindlmarkt am Marienplatz geht auf die urkundliche Erwähnung eines Nikolausmarktes im Jahr 1310 zurück. Bei beiden Märkten gibt es aber keinerlei Hinweise, dass es sich damals bereits um Weihnachtsmärkte gehandelt hatte. Dagegen sind für den Nürnberger Weihnachtsmarkt älteste Hinweise aus dem Jahr 1628 überliefert und der Name „Christkindleinmarck“ ist spätestens durch eine Stadtgeschichte aus dem Jahr 1697 dokumentiert.

Von 1550 bis 1579 regierte Herzog Albrecht V. in Bayern. „Von ihm muss es eine Urkunde über die Verleihung des Marktrechtes geben, die dokumentiert, dass jährlich in Ingolstadt ein Christkindlmarkt veranstaltet werden darf“, so Robert Bechstädt. Dass so ein Weihnachtsmarkt erstmals in Bayern in Ingolstadt stattgefunden haben könnte, ist für Bechstädt schon alleine deswegen nachvollziehbar, weil Ingolstadt der Standort der ersten bayerischen Landesuniversität war. Der Markt dürfte damals allerdings an anderer Stelle stattgefunden haben als heute, da sich der heutige Theatervorplatz außerhalb der alten Stadtmauern befindet.

„Sollte sich dies bei der Recherche in den Archiven bestätigen, so ist es die Aufgabe des Stadtmarketings und der Veranstaltungs-GmbH, ein entsprechendes Konzept für die 450 – Jahrfeier des möglicherweise ältesten Christkindlmarktes Bayerns zu entwickeln“, so Bechstädt. Ein Label „Ältester Christkindlmarkt Bayerns“ würde aus seiner Sicht Ingolstadt in der Vorweihnachtszeit touristisch enorm aufwerten. „Sofern das Konzept stimmt“.

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