Fit/One: Kundenbeschwerden häufen sich

23.02.2021 / 12:15
Die Vorwürfe gegen die Fitness-Kette sind immer die gleichen - Nun äußert sich die Firma

Viele Mitglieder sind unzufrieden, wie die Fitnesskette Fit/One mit dem Lockdown umgeht. (Autor: Hammer)

(ty) Die Vorwürfe gegenüber der Fitnessstudio-Kette Fit/One, die auch eine Filiale in Ingolstadt unterhält, sind immer die gleichen.

Ein 35-jähriges Mitglied aus Ingolstadt (der Name ist der Redaktion bekannt) zählt die Punkte auf: "Ich habe fristgerecht gekündigt und eine Kündigungsbestätigung zum 31. Januar 2021 erhalten. Zufällig ist mir dann aufgefallen, dass der Vertrag einseitig verlängert wurde und er jetzt erst am 30. Juni auslaufen soll. "Ihre zwölf Monate, die im Vertrag standen, habe sie schon bezahlt, sagt die Frau. Trotzdem wurden nach den zwölf Monaten weiter Gebühren abgezogen. "Und die haben sie mir dann auf das Fitnessarmband, das jedes Mitglied hat, als Konsumguthaben gutgeschrieben, was ich nur im Studio einlösen kann. Für Shakes oder Merchandise oder so." Außerdem sei Fit/One sehr schlecht zu erreichen: "Zuerst wird man immer auf das Mitgliederportal verwiesen. Vier von fünf Telefonnummern sind deaktiviert, bei der fünften geht niemand ran. Und sämtliche E-Mails kommen als unzustellbar zurück. "

Ein 41-jähriges Mitglied, das seinen Namen ebenfalls nicht in der Zeitung lesen möchte, versuchte einen Kompromiss mit dem Studio auszuhandeln. "Auf dieses Angebot habe ich aber nur nichtssagende Textbausteine als Antwort bekommen. Die Kommunikation ist unter aller Kanone und die Mentalität mafiös. Schade, ich war im Großen und Ganzen schon zufrieden, gerade auch mit dem Preis. " Auf dem sozialen Internetportal Facebook hat sich die Gruppe "Geschädigte Mitglieder Fit/One bundesweit" zusammengefunden - diese hat mittlerweile mehr als 1400 Mitglieder.

Inzwischen hat sich Michael Mühleck, der bis Ende des vergangenen Jahres Geschäftsführer des Unternehmens war und sich nun um die Kundenbeschwerden kümmert, unserer Redaktion gegenüber zu den Vorwürfen geäußert. "Zunächst mal muss ich zugeben, dass wir durch den Lockdown schlichtweg durch die vielen E-Mails einfach untergegangen sind - deshalb haben wir die Adresse eine Zeitlang gesperrt. " Die Bearbeitung der 30000 Mails habe bis zum Jahresende gedauert. "Vor knapp zwei Wochen haben wir eine Sondermail-Adresse eingerichtet. Auf unseren Aufruf haben sich bis Donnerstag 120 Personen gemeldet. Es gab tatsächlich einige, die zu Recht geklagt haben. Denen wurde sofort geholfen. In ganz wenigen Fällen haben wir Beträge erstattet, in Summe keine 1000 Euro. " Die meisten hätten aber nur frühzeitig aus ihrem Vertrag aussteigen wollen. "Wir bestehen aber auf der Bezahlung der im Vertrag vereinbarten zwölf Monate. Wenn die Mitglieder zwölf Monate bezahlt haben, dürfen sie auch zwölf Monate trainieren. " Auch auf der Homepage stünde das klipp und klar: "Bezahlte Monate werden in Freimonaten abgegolten. Punkt. Aus. Fertig. "

Was ist dann aber mit den Vorwürfen zu dem Fitnessband der Mitglieder? Das habe nur für den ersten Lockdown gegolten: "Das waren ja ,nur' zwei Monate. Da haben wir den Mitgliedern zur Wahl gestellt: Ihr könnt zwei Freimonate nehmen. Wenn ihr euch nicht meldet, dass ihr die lieber haben wollt, dann buchen wir die 40 beziehungsweise 60 Euro auf das Band, plus 10 Euro on top. " Und dann hätte es Leute gegeben, die gesagt haben, dass sie das nicht mitbekommen hätten und nicht möchten. "Denen haben wir das Guthaben - natürlich ohne die 10 Euro - erstattet. " Und weil sich manche über die Kommunikation beschwert hätten: "Wir können nur über unsere Webseite kommunizieren. Wir haben 250000 Mitglieder", erklärt Mühleck. Da sei das Porto zu teuer und das E-Mail-Programm sei sowieso am Limit gewesen. "Das ist eine unschöne Sache. Mir tut das Ganze jetzt auch sehr leid. " Die 35-Jährige wurde inzwischen aus dem Vertrag entlassen.

dm

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