Ingolstadt bekommt einen Sportentwicklungsplan: Die ersten Ergebnisse der Umfragen dafür liegen vor

Es lebe der Sport

23.05.2022 | Stand 23.05.2022, 7:53 Uhr
−Foto: Eberl

Von Markus Schwarz

Die große Frage lautet: Wie sportlich ist Ingolstadt? Zum einen seine Bewohner – zum anderen seine Strukturen. Um diese Frage zu beantworten, erstellt die Stadt gerade einen Sportentwicklungsplan. In anderen Kommunen von vergleichbarer Größe gibt es so etwas schon lange, in Ingolstadt wird er gerade zusammengebastelt. Ziel dahinter ist es, die sportlichen Bedürfnisse der Ingolstädterinnen und Ingolstädter und die dafür nötige Infrastruktur besser aufeinander abzustimmen. Sprich: Gibt es zu viele Joggingstrecken und zu wenig Tennisplätze? Oder umgekehrt? Was verhindert, dass Kinder noch mehr zum Sport geführt werden? Wo drückt die Vereine der Schuh? Wie ist es um das Sportangebot der Schulen bestellt? Wie geht Ingolstadt mit seinen Sport-Großereignissen um?

Inzwischen sind erste Antworten gefunden, wie Martin Diepold, der Leiter des Sportamts, berichtet. Allerdings müssen diese Antworten noch weiter ausgewertet, eingeordnet und weitere Schlüsse daraus gezogen werden. Aber zumindest die allererste Zwischenbilanz bei der Erstellung des Sportentwicklungsplans fällt positiv aus: „Die Ingolstädter sind sportlich“, stellt Diepold, federführend bei der Erstellung des Plans, fest: „Mindestens so sportlich wie die Bewohner anderer Kommunen.“ Genauso freundlich wie die Nachfrageseite stellt sich in einem ersten Überblick die Angebotsseite dar: „Ingolstadt ist eine sport- und bewegungsfreundliche Stadt“, so Diepold.

Zumindest legt das das Ergebnis der Befragung im Rahmen des Sportentwicklungsplanes nahe. Befragt wurden rund 10 000 Bürger, mit etwa 15 Prozent war die Rücklaufquote relativ hoch. Befragt wurden auch die Sportvereine; hier war die Rücklaufquote zumindest so hoch, dass rund zwei Drittel der Sportvereinsmitglieder in der Statistik abgebildet sind. Befragt wurden auch Kindertageseinrichtungen und Schulen; bei den Kitas antworteten rund 40 Prozent, bei den Schulen sogar rund 75 Prozent.

Bis zum Jahresende werden diese Antworten und die damit verbundenen Vorschläge weiter ausgewertet und sollen schließlich in Vorschläge münden, wo und wie es gilt, bei der Ingolstädter Sportstruktur nachzubessern.

Was jetzt schon aus dem Bericht hervorgeht: Die Ingolstädterinnen und Ingolstädter treiben gerne Sport und machen das eher selbstorganisiert und im öffentlichen Raum als unter dem Dach von Vereinen. Auch die gewerblichen Anbieter von Sportmöglichkeiten liegen hier noch vor den Vereinen. Laut Diepold eine Entwicklung, die dem allgemeinen, deutschlandweiten Trend folgt. 

Für rund die Hälfte ihrer sportlichen Aktivitäten bleiben die Ingolstädterinnen und Ingolstädter in ihrem eigenen Stadtteil. Das Angebot dafür wird insgesamt als gut bewertet; wobei – wie zu befürchten war – die Stadtbezirke Nordost und Nordwest in der Beurteilung relativ schlecht wegkommen.

Um beim Schlechten zu bleiben: Wo Ingolstadt im Vergleich zu anderen Kommunen Nachholbedarf hat, ist der Bereich der Kooperationen. Wie die Befragung im Rahmen der Erstellung des Sportentwicklungsplans zeigt, arbeiten hier Vereine und Schulen und auch die Vereine untereinander noch wenig zusammen. Letztere etwa, indem sich mehrere Vereine eine zumindest halbtags besetzte Geschäftsstelle teilen. Was die Vereine am meisten schmerzt, sind nicht etwa die Konkurrenz von gewerblichen Anbietern, sondern die großen Probleme, Nachwuchs bei den Übungsleitern zu rekrutieren.

Doch stellen diese Beispiele nur eine erste Zwischenbilanz dar. In einzelnen Arbeitsgruppen, so Diepold, werden nun die Stärken und Schwächen analysiert und Vorschläge erarbeitet, wie sich Ingolstadt sportlich weiterentwickeln sollte.