Sieg im ersten Heimspiel

ERC Ingolstadt gewinnt gegen Iserlohn Roosters mit 5:2

18.09.2022 | Stand 19.09.2022, 13:01 Uhr

Jubel über das erste DEL-Tor: Schütze Enrico Henriquez-Morales (links). Foto: Traub

Von Julia Pickl

Ingolstadt – Ein gelungenes Comeback, zwei erfolgreiche Debüts und drei wichtige Punkte: Der ERC Ingolstadt hat sein erstes Heimspiel in der neuen Saison der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gewonnen. Die Panther bezwangen am Sonntagnachmittag in der Saturn-Arena die Iserlohn Roosters mit 5:2 (1:0, 3:2, 1:0) und kletterten auf den vierten Tabellenplatz.

Die Aufgabe war eigentlich eine ganz andere. Nach seiner Beinverletzung sollte Daniel Pietta langsam wieder reinkommen, schließlich hatte er die gesamte Vorbereitung der Panther verpasst. Trainer Mark French stellte den 35-Jährigen deshalb am Sonntag in die vierte Sturmreihe, zwischen die beiden Youngster Enrico Henriquez und Philipp Krauß. Doch gemeinsam sorgte das Trio für jede Menge Trubel gegen die Roosters – und zwei gelungene Debüts: Während Krauß sein erstes DEL-Spiel bestritt, gelang Henriquez in seiner 56. Partie in Deutschlands Eliteliga sein lang ersehntes Premierentor. „Es war toll, dass Pietta zurück war, er hat als Center zwischen den beiden jungen Spielern einen guten Job gemacht“, lobte French. „Und zusammen haben sie einen großen Beitrag geleistet.“

Den Auftakt bei der Düsseldorfer EG, den die Panther am Freitag mit 3:4 nach Verlängerung verloren, hatten Krauß und Pietta noch verpasst. Doch während der Routinier am Sonntagnachmittag sein 878. DEL-Spiel bestritt, ging der Debütant ordentlich nervös aufs Eis. „Nachdem ich am Freitag noch zuschauen musste, hat es mich umso mehr gefreut, dass ich nun mein Debüt daheim geben konnte“, meinte der 21-Jährige. „Dafür habe ich die letzten Jahre gearbeitet, dass ich nun hier stehe und es jetzt geschafft habe.“

Piettas Ruhe und Routine sorgten dafür, dass sich die Nervosität des jungen Stürmers schnell legte. Sogleich im Spiel war dagegen Marko Friedrich gegen seinen Ex-Verein, bei dem er sieben Jahre unter Vertrag gestanden hatte, und kombinierte sich mit Frederik Storm vor das Roosters-Tor. Doch Justin Fesers Schuss landete bei Goalie Andreas Jenike (2.). Im Powerplay zeigten die Panther auch am Sonntag eine ausbaufähige Leistung. Ein umso größerer Coup gelang ihnen hingegen in Unterzahl: ERC-Torhüter Michael Garteig wehrte zunächst eine Chance der Iserlohner Ryan O’Connor und Casey Bailey bärenstark ab, im Gegenzug startete Mirko Höfflin gedankenschnell einen Konter. Der pfeilschnelle Charles Bertrand lief vor das Gäste-Tor, wo Feser von der Strafbank kommend das 1:0 erzielte (18.).

Doch wie schon in Düsseldorf verschliefen die Ingolstädter den Start in das zweite Drittel. Die Gäste setzten sich vor dem ERC-Tor fest und belohnten sich: O’Connor nutzte eine Vorlage von Bailey und traf zum 1:1 (24.), drei Minuten später führte die Kombination des starken Iserlohner Duos in umgekehrter Reihenfolge zum 1:2 (27.).

Die Gäste drückten weiter, ehe ihnen ein dicker Fehler von Tim Bender zum Verhängnis wurde. Den nutzte Mat Bodie und leitete die Scheibe weiter auf Henriquez, dem nach seinem Premierentor ein großer Stein vom Herzen fiel (32.). „Ich war ein bisschen nervös. Wenn du allein vorm Tor stehst, gehen dir tausend Gedanken durch den Kopf: Was machst du jetzt? Gehst du auf die Rückhand? Versuchst du es durch die Beine? Oder doch oben? Das ist eine Blitzentscheidung, und ab und zu verkackt man’s dann, aber heute hat es zum Glück ganz gut geklappt“, meinte Henriquez. „Ich bin überglücklich, dass es funktioniert hat, ich habe mich mega gefreut.“

Das Glanzstück des ERC aber sollte erst noch folgen: Als Krauß auf die Strafbank musste, drehten die Ingolstädter innerhalb von 44 Sekunden mit gleich zwei Treffern in Unterzahl das Spiel. Zuerst zeigte sich, wie wertvoll Pietta auch in seiner 20. DEL-Saison noch ist, als der 35-Jährige nach einem Konter sehr lange wartete und erst im letzten Moment Leon Hüttl bediente, der zum 3:2 traf (39.). Dann gewann Storm sowohl den Sprint gegen Bender als auch das Duell gegen Jenike und erhöhte auf 4:2 (40.). Eugen Alanov traf auf der Gegenseite den Pfosten (40.).

Während die vermeintliche Top-Sturmreihe um Wayne Simpson und Brian Gibbons blass blieb, wurden die Youngster im Zusammenspiel mit Pietta im letzten Drittel mit viel Eiszeit für ihre starke Leistung belohnt und sorgten weiter für Torgefahr. „Ich glaube, wir haben einen ganz guten Job gemacht“, meinte Pietta. Den Schlusspunkt aber setzte Höfflin, der einen Pass von Maury Edwards zum 5:2-Endstand abfälschte (56.).

DK


ERC Ingolstadt: Garteig – Hüttl, Bodie; Edwards, Jobke; Marshall, Wagner; Quaas – Simpson, Gibbons, McGinn; Henriquez, Pietta, Krauß; Bertrand, Stachowiak, Höfflin; Storm, Feser, Friedrich.
Iserlohn Roosters: Jenike – O’Connor, Ugbekile; Ankert, Labrie; Acolatse, Bender – Bailey, Cornel, Foucault; Daugavins, Brown, Bergmann; Ziegler, Rutkowski, Alanov; Streu, Raedeke, Broda.
Schiedsrichter: Polaczek/Rohatsch. – Zuschauer: 3132. – Tore: 1:0 Feser (18.), 1:1 O’Connor (24.),1:2 Bailey (27.), 2:2 Henriquez (32.), 3:2 Hüttl (39./SH1), 4:2 Storm (40./SH1), 5:2 Höfflin (56.). – Strafminuten: 10/12.