Emotionalität und Leidenschaft

14.04.2020 / 12:04
Die Highlight-Konzerte der 37. Ingolstädter Jazztage stehen fest: Melody Gardot, Jamie Cullum, Kari Bremnes und der Gospelchor St. Lukas
Jamie Cullum
Jamie Cullum (Autor: Danny North)

(ty) Die Highlight-Konzerte der 37. Ingolstädter Jazztage sind unter Dach und Fach. Zu hören sind Melody Gardot am Sonntag, 8. November, und Jamie Cullum am Montag, 9. November, beide im Festsaal des Stadttheaters. Weiter geht es mit Kari Bremnes am Dienstag, 10. November, im Kulturzentrum neun und mit dem Gospelchor St. Lukas am Samstag, 14. November, in der Kirche St. Augustin.

Melody Gardot wird als eine der aufregendsten musikalischen Entdeckungen dieses Jahrzehnts gefeiert. Sie haucht Töne in das Mikrofon, die den Zuhörer mit einer ergreifenden Mischung aus Jazz, Blues, Swing und Folk verzaubern. Emotionalität und Leidenschaft in der Stimme wecken Erinnerungen an Legenden wie Billie Holiday, Ella Fitzgerald, Nina Simone und Peggy Lee. Ihr subtiler Humor und ihr erzählerisches Talent verstärken die Wirkung des Auftritts.

Melody Gardot
Melody Gardot (Autor: Franko P. Tettamanti)

Ihre Performance evoziert Sinnlichkeit und Nervenkitzel. Es scheint, als näherten sich die Songs den Erfahrungen eines reifen Lebens, obwohl die Protagonistin noch relativ jung ist. Fingerschnippender Blues, brasilianische Rhythmen und sinnliche Balladen zeigen eine spürbare, ganz erstaunliche Reife. Melody Gardot gleicht einer Verwandlungskünstlerin, deren sehnsüchtig-sanfter Blick auch das kälteste Herz zum Schmelzen bringt.

Superstar Jamie Cullum kommtzurück nach Deutschland und gastiert im Rahmen der Tour zu seinem aktuellen Album „Taller“ bei den Ingolstädter Jazztagen. In den letzten 20 Jahren seiner Karriere hat sich der 40-jährige Brite einen grandiosen Ruf als Live-Performer aufgebaut. Er hat Fans auf der ganzen Welt und vor allem aus allen musikalischen Lagern.

Es ist längst bekannt, dass das Multitalent seine Shows mit allen möglichen Stilelementen bereichert: Das Spektrum reicht von bewegenden Balladen bis hin zu wilden Live-Sampling-Sessions oder spontanen Beat-Box-Einlagen. „Fraglos mag ich Swing und Jazz am liebsten“, sagt Jamie Cullum. „Ich bin aber ebenso mit Rock, HipHop, Heavy Metal, Grunge, Dance und Techno aufgewachsen. Deshalb werde ich mich immer auch in andere musikalische Dinge einmischen, das hält frisch.“ Trotz aller Genre-Exkurse und Stilgrätschen ist er immer noch der meistverkaufte britische Jazz-Musiker aller Zeiten. Mit seiner unverwechselbar rauchig-rauen Stimme gilt er als absoluter Weltstar und ist ein unbestrittener Gigant am Piano.

Das Songwriting des modernen Skandinaviens verkörpert Kari Bremnes wie keine andere. In ihrer mittlerweile mehr als drei Jahrzehnte andauernden Karriere brachte die atemberaubende Kari Bremnes fünfzehn Soloalben hervor. Die Norwegerin, die dabei nicht zu altern scheint, hat in ihrer Heimat längst Ikonenstatus.

Bei ihren Konzerten lauschen die Fans atemlos einer mysteriösen Melange aus arktischem Folk, gebremstem Pop und elaboriertem Jazz und werden dabei ganz selbstvergessen. Dann aber kommt Kari Bremnes, diese Anmut aus dem Norden, macht einen leisen Scherz, singt eine verwunschene Note, und schon ist die Realität wieder präsent. Nur halt viel schöner als zuvor

Der Gospelchor St. Lukas gilt seit Langem als bekanntester Gospelchor Münchens und wird von Publikum sowie Kritikern für seine großen Stimmen, zarten Töne, sein abwechslungsreiches Repertoire und seine mitreißende Energie gefeiert. Ein Ensemble von ungewöhnlicher Strahlkraft, großer Singfreude und musikalischen Finessen, das seine Zuhörer immer wieder aufs Neue beflügelt. Großartige Solisten, eine überraschende Stückauswahl und die Liebe zur Gospelmusik lassen diesen Chor zu einem besonderen Musikerlebnis werden.

Geleitet wird der Gospelchor St. Lukas seit 2007 von dem Pianisten, Komponisten und Arrangeur Bastian Pusch. Unter seiner Leitung fand der Chor zu seinem heutigen musikalischen wie professionellen Niveau. Seinen besonderen Arrangements und Kompositionen, mit Harmonien und Rhythmen angelehnt an den Jazz, verdankt der Gospelchor St. Lukas seinen eigenen, unverwechselbaren Klang.

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