Aus für Laborausbildung in Ingolstadt?

21.07.2021 / 20:32
Klinikum sieht "keinen Sinn" in Wiederaufnahme

Ein Führungstrio soll das Ingolstädter Klinikum in die Zukunft führen. Geschäftsführer Andreas Tiete, der für Medizin und Pflege zuständig ist, sollen ab 1. Januar 1922 Geschäftsführer "Finanzen und Infrastruktur" und "Personal und Organisation" zur Seite stehen. (Autor: Eberl)

(ty) Die Position von Klinikums-Geschäftsführer Andreas Tiete ist eindeutig: „Die Wiederaufnahme macht aus Sicht des Klinikums und des Zweckverbandes keinen Sinn.“ Es geht um die Berufsfachschule für medizinisch-technische Laboratoriumsassistenten, die 2015 im neben dem Klinikum gelegenen Berufsbildungszentrum (BBZ) den Ausbildungsbetrieb nach fast 40 Jahren einstellte.

In der Sitzung des Krankenhauszweckverbandes am Mittwoch sollte die von mehreren Stadtratsgruppierungen  unter dem Eindruck der Corona-Pandemie beantragte Reaktivierung der Laborausbildung in Ingolstadt bis auf weiteres beerdigt werden – wenn es nach dem Willen der Geschäftsleitung geht. Das Klinikum sieht dafür keinen Bedarf. Acht Berufsfachschulen dieser Fachrichtung in Bayern sollten genügen. Die aktuelle Pandemie habe sich nicht merklich auf die Bewerberzahlen ausgewirkt. Die Schülerzahlen gingen weiterhin zurück.  Die Räume würden überdies anderweitig benötigt – etwa für die Ausbildung der operationstechnischen Assistenten. 
Tatsächlich wurde der Punkt   dann aber  zurückgestellt – bis die neue Ausbildungs- und Prüfungsverordnung da ist.   Der von OB Christian Scharpf als Verbandsvorsitzender formulierte Änderungsantrag  wurde einstimmig beschlossen. Zuvor hatten Christoph Spaeth (Grüne),  Eva Bulling-Schröter (Linke), Hans Stachel (FW) sowie  Christian Lange (UWG) und Jakob Schäuble (FDP), die die Diskussion um die Wiederaufnahme  vergangenes Jahr in Gang gesetzt hatten, gegen die ursprüngliche Beschlussvorlage  interveniert. Diese hatte gelautet, der Betrieb der Berufsfachschule für medizinisch-technische Laboratoriumsassistentinnen und -assistenten bleibe eingestellt und die Räume der ehemaligen Laborschule sollten durch andere Ausbildungsgänge des BBZ genutzt werden. 
Joachim Siebler (Grüne) sprach sich für die Einrichtung einer Fachakademie aus und schlug vor, über mögliche Bewerberzahlen eine Erhebung zu machen. Zurückgehende Bewerberzahlen und eine „sehr geringe Anzahl der übernommenen Bewerber“ sowie der hohe Investitionsbedarf  waren laut Sitzungsvorlage der Grund, warum der Betrieb der Laborausbildung  eingestellt worden war.
Im Dezember 2020  hatte der Zweckverband beschlossen, „die Einrichtung einer Berufsfachschule für Technologen und Technologinnen in der Laboranalytik des Krankenhauszweckverbandes Ingolstadt“, wie der Beruf  neuerdings heißen soll, anzustreben und ein entsprechendes Konzept zu erstellen. Das Gesetz über die Berufe in der medizinischen Technologie wurde im Februar vom Bundestag beschlossen, konkrete Informationen zur Ausbildungs- und Prüfungsverordnung stehen aber noch aus.
Man müsse die Laborausbildung attraktiver machen, dann kämen mehr Bewerber, lautete der Tenor der Verbandsräte. „Was können wir tun?“, sollte hier die Frage sein. Die Antwort darauf wurde  verschoben. 

Ruth Stückle

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