Audianer wollen Antworten

25.11.2019 / 20:16
Vorstand und Betriebsrat ringen weiter um den Zukunftspakt - Künftige Vorstandsfrau meldet sich zu Wort

 

AUDI AG
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Audi logo, Four Rings, corporate identity, symbol

(ty) Spannende Zeiten bei Audi: Vorstand und Betriebsrat rangen auch am Montag um den Zukunftskurs und das milliardenschwere Sparpaket. Laut "Spiegel" könnten bis zu 5000 Stellen wegfallen. Reine Spekulation, sagen Sprecher von Unternehmen und Betriebsrat einhellig. Es war auch schon von bis zu 10 000 Arbeitsplätzen die Rede. Welche Zahl am Ende auf dem Papier stehen mag - um Kündigungen muss sich keiner Sorgen machen, denn schließlich gilt bis 2025 eine Beschäftigungsgarantie. Die Arbeitnehmerseite fordert eine Verlängerung bis 2030. Alles sei noch im Fluss, hieß es gestern nur vage. Ansonsten lautet die Devise analog zur Audi-Strategie: konsequent schweigen!

Der Automobilhersteller steht vor einem Wandel - darauf deutet auch der Umbau an der Audi-Spitze hin: Frisches Führungspersonal, so die Hoffnung, soll die VW-Tochter auf Erfolgsspur wie früher bringen. Mit Sabine Maaßen, bis Jahresende noch Arbeitsdirektorin im Vorstand der Thyssenkrupp Steel Europe AG, schafft es die zweite Frau auf einen Vorstandsposten. Seit Juli steht Hildegard Wortmann dem Vertrieb vor.

Maaßen, als ehemalige Justiziarin der IG Metall wohl Wunschkandidatin der Arbeitnehmerseite, wandte sich dieser Tage an die Öffentlichkeit - ein recht ungewöhlicher Schritt: Über Linkedin, das Netzwerk für Geschäftskontakte, begründete sie in einem offenen Brief ihren Wechsel zu Audi: "Ich habe immer nach neuen Herausforderungen gesucht. Persönliche Veränderungen haben mich immer geprägt und weitergebracht. Mitglied des Vorstands der Audi AG zu werden ist eine Chance und ich habe mich ganz persönlich entschieden, sie wahrzunehmen. " Die Resonanz war durchaus positiv: "Willkommen bei der Audi AG und vor allem bei den Menschen hier. Tolles Vorbild an Transparenz, Offenheit, Wertschätzung, Respekt und Mut", schreibt ein Produktprüfer von Audi in Ingolstadt. Ein anderer Mitarbeiter äußert einen Wunsch: "Meine Hoffnung in Sie beruht darauf, dass Sie den Stellenwert von uns Mitarbeitern in der Fertigung wieder wertschätzen. Viele von uns fühlen sich allein gelassen und abgehängt. Sie sehen, auch bei Audi gibt es viele offene Baustellen. "

Beschreibt das die aktuelle Stimmung bei Audi? Fest steht: Nicht nur Audi-Belegschaft und Betriebsrat machen sich Sorgen um den Produktionsstandort, sondern auch die Führung im Ingolstädter Rathaus. So kam es zu einer ungewöhnlichen schwarz-roten Allianz: Oberbürgermeister Christian Lösel (CSU), Gewerkschafter und Arbeitnehmervertreter haben Kanzlerin Angela Merkel in einem gemeinsamen Schreiben um Unterstützung gebeten angesichts des Wandels, der den Industriestandort Deutschland "vor große Herausforderungen" stellt.

Die Transformation zur E-Mobilität, so heißt es darin, werde sowohl die Fahrzeughersteller, aber auch die Zuliefererbetriebe in Schwierigkeiten bringen. Damit dies nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werde, sei es notwendig, diesen Prozess finanziell abzusichern - etwa durch ein Transformations-Kurzarbeitergeld. "Dies ist gerade für die Region Ingolstadt mit ihrem Fokus auf die Mobilitätsindustrie von besonderer Bedeutung", so die Verfasser des Briefes, die auch eine nationale Technologiestrategie von der Kanzlerin fordern.

Ein Sprecher des Betriebsrats erklärte am Montag, noch sei beim Zukunftspakt nichts unterschriftsreif. Aber die Zeit ist reif für eine Einigung: Spätestens am 9. Dezember, wenn die letzte Audi-Betriebsversammlung in diesem Jahr stattfindet, wollen die Audianer Antworten.

Von Suzanne Schattenhofer

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