Angriff auf die Bestmarke
Wettstettener Nico Wittmann hat „keine Lust auf Tiefstapelei“ beim Challenge Roth

05.07.2024 | Stand 07.07.2024, 12:00 Uhr |

Freut sich über die aktuell gute Laufform: Entsprechend optimistisch geht der Wettstettener Nico Wittmann am Sonntag beim Challenge Roth an den Start. Foto: privat

Der Wettkampf Ende Mai in St. Pölten tat noch mal gut: Ein Altersklassensieg auf der Mitteldistanz, dazu eine überraschend schnelle Halbmarathon-Zeit – und all dies sechs Wochen vor dem Saison-Highlight. Kein Wunder, dass Triathlet Nico Wittmann aus Wettstetten (Landkreis Eichstätt) vor dem Challenge Roth an diesem Sonntag sagt: „Ich habe keine Lust auf Tiefstapelei“ – und sich ein hohes Ziel steckt.



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Magenprobleme, Rückenschmerzen ein Kreislaufkollaps. Wenn es darum geht, was einem Athleten vor und während eines Wettkampfes alles passieren kann, dann weiß der 29-Jährige längst ein Lied davon zu singen. „Es muss natürlich immer recht viel zusammenpassen“, sagt er beim gut gelaunten Gespräch, und verdeutlicht, dass er die anstehende Langdistanz im fränkischen Triathlon-Mekka mit 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und 42,195 Kilometern durchaus mit Respekt angeht.

Der Traum: Bestzeit beim Heimrennen



Ein vollständige und verletzungsfreie Vorbereitung tut aber natürlich gut. Und so erklärt sich die Zuversicht Wittmanns ganz sicher auch aus dem Umstand, dass er zuletzt nahezu beschwerdefrei trainieren konnte. „Ich muss sagen, es lief extrem gut. Ich war nie krank und konnte das komplette Programm durchziehen“, erzählt er. Entsprechend mag er bei seinem Heimrennen in Roth, bei dem natürlich auch zahlreiche Bekannte und Familienmitglieder an der Strecke sein werden, hinsichtlich seiner Bestzeit noch mal ordentlich nachlegen: „Wenn alles zusammenpasst, hoffe ich nach 8:15 Stunden im Ziel zu sein“, sagt Wittmann selbstbewusst.

Seine bislang schnellste Langdistanz endete (an gleicher Stelle) nach 8:47 Stunden. Der Challenge Roth, wo er bei der Erinnerung an Hotspots wie Solarer Berg, Kalvarienberg (beide auf der Radstrecke) oder Büchenbach (entlang der Laufstrecke) schon vor seinem dritten Start Gänsehaut bekommt, wäre natürlich genau das richtige Rennen, um die bisherige Bestzeit zu knacken.

Spezielle Maßnahmen für die Radstrecke



Um dies erreichen zu können, hat sich der 29-Jährige für die einzelnen Disziplinen Zwischenzweiten zurechtgelegt. „Beim Schwimmen hoffe ich gut reinzufinden, sodass ich mein eigenes Ding machen kann. Wenn es geht, will ich nach 55 Minuten aus dem Wasser steigen, vielleicht geht es auch einen Tick schneller. Das Radfahren ist dann immer stark vom Wind und von der Gruppendynamik abhängig, beides ist kaum vorhersehbar. Plusminus fünf Minuten hoffe ich, nach 4:30 Stunden in der Wechselzone zu sein, wobei das Wichtigste ist, nicht zu überpacen. Ich will unbedingt mit guten Beinen auf die abschließende Laufstrecke gehen“, erklärt Wittmann, der gerade für die Radstrecke zuletzt noch mal einige spezielle Maßnahmen ins Training eingebaut hat.

Der Wettkampf in St. Pölten hatte nämlich ergeben, dass sich bei längeren Rad-Einheiten Schmerzen im untern Rücken ausbreiten können. Durch Physiotherapie, einer Anpassung der Atmung und der Sitzposition sowie professionelles Bikefitting verschaffte er sich hier kurzfristig noch die eine oder andere Verbesserung. „Kleine Stellschrauben, die helfen sollen, dass ich gut durchkomme“, sagt der Wettstettener.

Wittmann setzt auf seine gute Laufform



Zum Abschluss folgt dann der Marathon, inzwischen die vermeintlich stärkste Disziplin Wittmanns. „Die 1:15 Stunden beim Halbmarathon in St. Pölten waren eine positive Überraschung. Ich hatte gar nicht damit gerechnet, dass die Laufform so gut ist“, erzählt er. Entsprechend hofft er in Roth auch über die doppelte Distanz auf eine gute Zeit und nennt 2:50 Stunden als „Minimalziel“. Gelingt all das, wird der Traum von der 8:15er-Endzeit dann vielleicht tatsächlich wahr.

DK