Erfolgreiche Influencerin aus Schelldorf

Adventskranz geht viral: Über sieben Millionen Menschen begeistern sich für selbstgemachtes Gesteck

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05.12.2021 | Stand 05.12.2021, 7:10 Uhr

Für den Adventskranz aus Holz und Moos interessierten sich Millionen Internetnutzer. Fotos: Kleinhans, Olga-Dietrich,Fotografie

Von Kerstin Kleinhans

Wenn die Schelldorferin Tina Ullmann ein Bild oder Video mit Tipps für Dekoration in Haus und Garten auf ihrem Instagram-Account hochlädt, erntet sie gewöhnlich zahlreiche Likes und Reaktionen. Dass ein Mitte November hochgeladener Adventskranz jedoch plötzlich mehrere Millionen Menschen erreicht und begeistert, damit hatte sie wahrlich nicht gerechnet.

Influencer sind Menschen, die in sozialen Netzwerken wie zum Beispiel Instagram und Facebook sehr viele Menschen erreichen. Mit ihren Beiträgen bringen sie andere Menschen dazu, ihnen im Netz zu folgen. Dies gelingt auch Tina Ullmann aus dem Kipfenberger Ortsteil Schelldorf, die hinter dem Instagram-Account „tinas_homeandgarden“ steht.

Als sie im Jahr 2017 ihre ersten Versuche in den sozialen Medien wagte, konnte sie sich nicht vorstellen, einmal 117.000 Menschen mit ihren täglichen Inspirationen rund um Haus und Garten zu begeistern. Nachdem die „Followerzahl“ bereits im Jahr 2020 förmlich explodiert ist, ist die Schelldorferin nun ein weiteres Mal von den Fans im Internet überrascht worden. Noch im vergangenen Dezember hatte die Mutter eines Sohnes und hauptberuflich im Versicherungswesen tätige Tina Ullmann 28000 Follower folgen. „Diese Zahl hat sich dann nach einem Interview mit dem DONAUKURIER innerhalb kurzer Zeit mit 75.000 mehr als verdoppelt“, erzählt die Influencerin, die sich mit dieser Bezeichnung gar nicht so recht anfreunden kann.

Doch auch wenn die 48-Jährige eigentlich nur ihrer Leidenschaft des Dekorierens in und um ihr kleines schmuckes Haus in Schelldorf nachgeht, ist sie auf moderne Art eine Markenbotschafterin, die mit ihrer Reichweite Ideen und Produkte publik macht. Dies bestätigte nun ein „Do-it-yourself“-Video, welches sie im Rahmen einer Adventskranzwoche im November auf ihrem Kanal postete.

In 30 Sekunden zum Erfolg

„Im Zuge einer Kooperation mit einer Gärtnerei habe ich eine Anleitung für einen einfachen, selbst gemachten Kranz präsentiert.“ Und genau dieser schmucke Adventskranz ging im wahrsten Sinne des Wortes viral. Der nur knapp 30 Sekunden dauernde Reel (ein kurzes, unterhaltsames Video auf Instagram) zeigt die Herstellung des modernen Adventskranzes aus Holz und Moos und wurde innerhalb kürzester Zeit millionenfach angesehen.

„Nach nur einer Woche habe ich mit meinem Adventskranz über sieben Millionen Menschen erreicht, das ist unglaublich“, erzählt Ullmann. „Die Teile, welche man als Set über die Gärtnerei erwerben konnte, waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft, nicht mal ich selbst habe noch eines bekommen.“ Aufgrund des überragenden Erfolgs und der damit verbundenen Freude beschloss Tina Ullmann, ihr Glück zu teilen. „Da mir der Kranz so viel Glück gebracht hat, wollte ich dieses Glück weitergeben und hab den Kranz versteigert.“ Dies geschah, wie sollte es anders sein, natürlich über Instagram. „Nach 24 Stunden und zahlreichen Geboten ging der Kranz letztendlich für 300 Euro nach Franken“, erzählt Ullmann. „Zwar kein riesiger Betrag, aber man kann damit trotzdem etwas Gutes tun.“

Den Erlös hat die Schelldorferin bereits an den Verein „Glühwürmchen“ überwiesen, der Eltern und Angehörige krebskranker Kinder unterstützt. „Ich wollte unbedingt an jemanden spenden, mit dem man auch in Kontakt treten kann. Da eine Familie hier im Dorf vom Verein betreut wurde, war die Entscheidung schnell getroffen.“ Aus Dankbarkeit für die Gesundheit ihrer eigenen Familie war ihr die Spende eine Herzensangelegenheit. Den Verein unterstützen auch einige ihrer Fans, obwohl sie den Kranz nicht ersteigert haben. „Ich habe eine Followerin aus den USA, die eine Spende tätigen wird, obwohl sie wegen des komplizierten Versands ins Ausland gar nicht mitgeboten hat“, erzählt Ullmann voller Freude.

Schwierige Verpackungsaktion

Nicht ganz unkompliziert war jedoch auch der Versand des Adventskranzes an die Höchstbietende. „Der Kranz hatte einen Durchmesser von 55 Zentimeter, da war das Verpacken wirklich schlimmer als die Herstellung“, erzählt die Influencerin lachend. Doch für den guten Zweck hat sie diese zusätzliche Mühe natürlich gerne auf sich genommen. Ihrer Leidenschaft wird sie nach diesem riesigen Erfolg selbstverständlich auch in Zukunft nachgehen und auch den Kontakt zu ihren Fans pflegen.

„Ich versuche immer auf Nachrichten meiner Follower zu antworten, die Menschen schenken mir ja ihre Zeit.“ Die Ideen, die nach ihrer Vorstellung optimalerweise mit vorhandenen Dingen umsetzbar sein sollten, gehen der Schelldorferin bisher nicht aus.