Im Landkreis Pfaffenhofen

Ab 2 Uhr ist ein Späher unterwegs: Winterdienste haben seit Ende November ungewöhnlich viel zu tun

20.12.2021 | Stand 20.12.2021, 12:01 Uhr

Die Mitarbeiter vom Kreisbauhof Pfaffenhofen waren Anfang Dezember fast schon im Schneeräum-Dauereinsatz. Foto: Wallner

Von Simone Diaw

Der Winterdienst im Landkreis Pfaffenhofen hatte für diese Jahreszeit schon recht viel zu tun. Zehn Einsätze hatten die Stadtwerke Pfaffenhofen seit Ende November zu bewältigen. „Das ist ungewöhnlich viel“, meint Stefan Meier, der bei dem Kommunalunternehmen für den Winterdienst zuständig ist. „In den vergangenen Jahren mussten wir vor Weihnachten nur zwei- bis dreimal raus.“

27 Mitarbeiter sorgen bei einem Volleinsatz im Stadtgebiet für freie Straßen, etwa 16 sind dann mit Räum- und Streufahrzeugen unterwegs, die restlichen Kollegen sind der sogenannte Fußtrupp, erklärt Meier. „Der kümmert sich beispielsweise um Übergänge, Treppen, Bushaltestellen und Kindergärten.“ Der Fußtrupp sei aber nicht immer dabei, so der Mitarbeiter der Stadtwerke. „Nur wenn es sehr viel Schnee und Glatteis gibt.“ Von den zehn Einsätzen seit Ende November wurde bei dreien ein Fußtrupp benötigt.

Um die Kreisstraßen im Landkreis kümmert sich dagegen der Winterdienst des Kreisbauhofs. Schon 15-mal sind die Mitarbeiter bisher zum Räumen ausgerückt. Insgesamt sind vier Einsatzleiter, zwölf Winterdienstfahrer sowie zwei Ersatzfahrer für den Winterdienst auf den Kreisstraßen zuständig, teilt Straßenmeister Tobias Wenhardt mit. Aktuell sind bei einem Winterdienstvolleinsatz neun Fahrzeuge unterwegs, schreibt zudem das Landratsamt in einer Mitteilung. Außerdem zählen zwei Lkw und zwei Unimogs zum Fuhrpark des Landkreises, zusätzliche Fahrzeuge sind von Fremdunternehmen. Der Kreisbauhof betreut insgesamt rund 220 Kilometer an Straßen sowie Teilabschnitte von Radwegen und öffentliche Fläche.

Um Leerfahrten einzusparen und Routenzeiten zu optimieren, kooperiert der Kreisbauhof seit vielen Jahren mit dem Staatlichen Bauamt Ingolstadt, teilt das Landratsamt mit. Seit Ende November war der Winterdienst des Staatlichen Bauamts 15-mal zum Räumen und Streuen der Bundes-, Kreis- und Staatsstraßen im Landkreis Pfaffenhofen unterwegs, erzählt Straßenmeister Stefan Preschl. „Zwölf Winterdienstfahrzeuge à zwei Mann sind dann auf Tour.“

Bei entsprechender Wetterlage ist die Nacht der Mitarbeiter der Winterdienste kurz. Ein sogenannter Späher übernimmt dann ab etwa 2 Uhr morgens den Schaudienst und begutachtet die Straßen. Wenn nötig, leitet er dann einen Einsatz ein. „Unter der Woche beginnt der Winterdienst in der Regel um 3 Uhr nachts, am Wochenende eine Stunde später“, klärt Stefan Meier auf.

Beim Streuen beträgt dann die Umlaufzeit je nach Route eineinhalb bis zwei Stunden, beim Räumen knapp drei Stunden, erklärt Tobias Wenhardt. In dieser Saison sei der Salzverbrauch im Vergleich zu den Vorjahren überdurchschnittlich hoch. „Wir nähern uns bereits 300 Tonnen.“ Beim Staatlichen Bauamt wurden seit Beginn des Wintereinbruchs Ende November 500 Tonnen verbraucht, verrät Stefan Preschl.

„Bei einem Volleinsatz der Stadtwerke werden circa 50 Tonnen Streusalz verbraucht“, weiß Stefan Meier. Diese haben bei ihren bisherigen Winterdiensten bereits etwa 200 Tonnen gestreut. Dass die Vorräte bis zum Frühjahr knapp werden, befürchten die Winterdienstler aber nicht. Insgesamt rund 1000 Tonnen haben die Stadtwerke gelagert, das Staatliche Baumamt Ingolstadt etwa 3000 Tonnen an ihren Standorten Pfaffenhofen, Geisenfeld und Ingolstadt. „Zudem können die Kapazitäten bei Bedarf wieder aufgefüllt werden, da gibt es keine Probleme“, ist sich Wenhardt vom Landratsamt sicher.

Doch erstmal können die Mitarbeiter der Winterdienste wieder durchschnaufen. Momentan sind die Temperaturen wieder milder.