Polizei sucht Zeugen

81-jährige Ingolstädterin fällt auf Betrüger herein

14.01.2022 | Stand 14.01.2022, 12:32 Uhr

Symbolbild Foto: dpa

Erneut ist eine Seniorin auf einen falschen Polizeibeamten hereingefallen. Sie gab dem Gauer laut Polizei einen einen vierstelligen Geldbetrag.

Die Rentnerin wurde bereits am späten Mittwochabend von angeblichen Beamten des Betrugsdezernats kontaktiert. Diese gaukelten ihr vor, dass in der Nähe ein Raubüberfall stattgefunden habe. Bei den festgenommenen Tätern sei ein Zettel mit ihrem Namen gefunden worden. Da jedoch noch weitere angebliche Täter flüchtig seien, bestünde die Gefahr, dass die 81-Jährige deren nächstes Opfer wird.



Gauner üben massiven Druck aus



Die Seniorin ging auf die Geschichte ein und wurde bereits am Donnerstag erneut von den falschen Polizeibeamten angerufen. Über den ganzen Tag hielten sie den telefonischen Kontakt zu der Frau aufrecht und setzten sie massiv unter Druck. Da die Betrüger ihr weismachten, dass auch ihre Hausbank in die kriminellen Vorfälle verwickelt sei, wurde sie angehalten, einen vierstelligen Geldbetrag abzuheben. Anschließend wurde die Frau angewiesen, die Nummern der einzelnen Scheine per Telefon durchzugeben. Bei dieser Überprüfung wurde das Geld als angebliches Falschgeld identifiziert, weshalb es an die Polizei übergeben werden müsse. Nur wenig später kam eine Frau zu der 81-Jährigen, gab sich als Kollegin Meier aus, und nahm das Geld entgegen.

Erst als die Rentnerin bei der Einsatzzentrale in Ingolstadt anrief, um die vermeintlichen Beamten Braun und Stein zu sprechen, wurde der Betrug aufgedeckt.

Polizei sucht Zeugen

Die unbekannte Abholerin konnte als etwa 20 bis 30 Jahre alt beschrieben werden. Zudem hatte sie lange schwarze Haare, eine gebräunte Haut und trug eine graue Hose, ein schwarzes Oberteil sowie eine FFP2-Maske.

Die Kriminalpolizei Ingolstadt bittet Zeugen, denen die Geldabholerin am frühen Nachmittag des 13. Januar 2022 im Ingolstädter Augustinviertel aufgefallen ist, sich bei der Kripo unter der Telefon (0841) 9343-0 zu melden.

Tipps von der Polizei

Seien Sie misstrauisch bei derartigen Anrufen
Die Polizei ruft Sie niemals unter der Notrufnummer 110 an
Beenden sie im Zweifel das Gespräch schnellstmöglich, ohne persönliche Daten oder Informationen über vorhandene Wertgegenstände oder Bargeld preiszugeben
Gehen Sie nicht auf Forderungen zur Überweisung oder Übergabe von Geldbeträgen ein
Die echte Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen
Rufen Sie im Zweifelsfall die Polizei unter einer dem Telefonbuch entnommenen Telefonnummer an, in eiligen Fällen auch unter der Notrufnummer 110 – benutzen sie dabei aber nicht die Rückruftaste, sonst landen Sie möglicherweise wieder bei den Betrügern
Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung
Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit: Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis
Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen
Sprechen Sie auch mit ihren Angehörigen über das Phänomen und warnen Sie sie vor dem Vorgehen der Täter
Prüfen Sie, ob ein Eintrag Ihrer Telefonnummer in öffentlichen Verzeichnissen wirklich notwendig ist

DK