„Wir machen das Zenit noch einmal leer“

02.12.2013 / 22:33
Nach dem dreisten Einbruch in die Boutique in der Mauthstraße ruft Anwalt Michael Olma zu einem organisierten „Kaufrausch“ auf  (ty) Weiß jemand, was ein „Carrotmob“ ist? Kommt von der Karotte. Und heißt deswegen so, weil die Karotte einen Esel motivieren soll, sich zu bewegen, indem man sie ihm vor die Nase hält.

Nach dem dreisten Einbruch in die Boutique in der Mauthstraße ruft Anwalt Michael Olma zu einem organisierten „Kaufrausch“ auf 

(ty) Weiß jemand, was ein „Carrotmob“ ist? Kommt von der Karotte. Und heißt deswegen so, weil die Karotte einen Esel motivieren soll, sich zu bewegen, indem man sie ihm vor die Nase hält. Das indes hatte der Ingolstädter Anwalt Michael Olma nicht im Sinn, als er via Facebook zu einem Carrotmob aufrief. Ihm geht es weder um Esel noch um Karotten, sondern in leichter Zweckentfremdung des Begriffs um eine Aktion der Solidarität.

Der Solidarität mit den beiden Inhabern des Zenit, Marianna Wille und Hansi Maunitsch, deren Modeladen vor rund einer Woche über Nacht komplett ausgeraubt worden war. Und Michael Olma will nun möglichst viele Ingolstädter dazu bewegen, am morgigen Mittwoch zwischen 17 und 19 Uhr just in diesem Laden etwas zu kaufen. Um den beiden wieder auf die Beine zu helfen. Denn auf etwa 200 000 Euro des Gesamtschadens von 400 000 Euro werden sie wohl sitzen bleiben. Und da hilft nur eines: Kräftiger Umsatz.

„Der Carrotmob ist eine besondere Form des Smart Mobs. Über die Kommunikationswege, die Flash- und Smart Mobs ausnutzen, werden Unterstützer dazu aufgerufen, bei einem ausgesuchten Ladenbesitzer in einem fest umgrenzten Zeitraum einzukaufen“, so definiert Wikipedia eine derartige Aktion, deren ursprünglicher Sinn freilich ein klimaschützerischer war.

In der Mauthstraße jedoch geht es nicht um Klimaschutz, sondern darum, das einer der wenigen hochwertigen und inhabergeführten Boutiquen, von denen Innenstadt viel zu wenige hat und sie doch so dringend braucht, eine Chance hat, weiterzumachen.

„Altstadtretter. So nenne ich Menschen, die durch ihr Tun urbane Lebensqualität schaffen. Es sind gerade auch die Inhaber oben beschriebener Stätten. Aus diesem Holz sind Hansi Maunitsch und Mariana Wille geschnitzt. Ihr feines Bekleidungsgeschäft „Zenit“ liegt in der Mauthstraße 13. Es dürfte sich inzwischen hinreichend herumgesprochen haben, was den beiden leider passiert ist“, schreibt der Anwalt Michael Olma in seinem Facebook-Aufruf, um nach der Schilderung des Sachverhaltes zu dem Schluss zu kommen: „In dieser Lage ist viel Raum für die berühmte Hamlet-Frage. Ich will den beiden helfen und bitte daher um Eure Unterstützung. Für das einzige, was jetzt wirklich hilft: Wir machen zusammen das Zenit noch einmal leer. Diesmal aber über den Weg zur Ladenkasse.“

Rappelvoller Laden. Warteschlange davor. So stellt Olma sich den Erfolg seines Aufrufes vor: „Dieser Carrotmob wird das globale Klima nicht verändern. Die eine oder andere dunkle Wolke werden wir aber sicher vertreiben können.“

Termin: Mittwoch, 4. Dezember, von 17 bis 19 Uhr im „Zenit“ in der Mauthstraße 13. 

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